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Costco-Aktie fällt 4% trotz starkem Umsatzwachstum im Juni

Solide Zahlen, aber eine hohe Bewertung und eine leicht abkühlende Wachstumsdynamik schrecken Anleger ab.

Costco-Aktie fällt 4% trotz starkem Umsatzwachstum im Juni

Der Großhändler Costco Wholesale meldete nach Börsenschluss am Mittwoch seine Umsatzzahlen für den Handelsmonat Juni – und auf den ersten Blick wirkten die Zahlen stark. Der Nettoumsatz stieg im Jahresvergleich um 10,6% auf rund 29,2 Milliarden US-Dollar in den fünf Wochen bis zum 5. Juli. Die flächenbereinigten Umsätze in den USA kletterten ebenfalls um 10,6%, und die digital generierten vergleichbaren Umsätze sprangen um fast 21% nach oben. Zusätzlich kündigte das Unternehmen seine reguläre Quartalsdividende von 1,47 US-Dollar pro Aktie an.

Dennoch reagierte der Markt mit Verkäufen: Die Costco-Aktie fiel um rund 4% auf etwa 913 US-Dollar und lag damit etwa 17% unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Für viele Anleger mag diese Reaktion auf den ersten Blick unverständlich wirken – schließlich zeigen die Zahlen auf den ersten Blick genau das stetige Wachstum, für das Costco bekannt ist.

Der Teufel steckt im Detail

Die Erklärung liegt im Kleingedruckten. Rechnet man die Benzinpreise und Wechselkurseffekte heraus – zwei Faktoren, die Costco kaum selbst beeinflussen kann –, sieht der Juni deutlich gewöhnlicher aus. Auf dieser bereinigten Basis stiegen die flächenbereinigten Umsätze in den USA im Jahresvergleich nur noch um 7,6%, die des Gesamtunternehmens um 7%. Ein Großteil der Differenz zwischen den bereinigten und den gemeldeten Zahlen resultierte aus den höheren Benzinpreisen im Berichtszeitraum.

Sieben Prozent bereinigtes Wachstum wären für die meisten Einzelhändler ein beachtlicher Wert. Das eigentliche Problem ist jedoch die Tendenz: Im April lagen die bereinigten flächenbereinigten Umsätze des Gesamtunternehmens noch bei 7,8%, im Mai bei 8%. Der Wert von 7% im Juni stellt damit eher einen Rückschritt als einen Fortschritt dar. In den USA zeigte sich dasselbe Bild – die bereinigten Vergleichsumsätze schwächten sich von 8,7% im Mai auf 7,6% im Juni ab.

Das Gesamtbild ist dabei keineswegs düster. Die währungsbereinigten digitalen Umsätze beschleunigten sich im Juni auf 21,5%. Die Mitgliedschaften – der wiederkehrende und margenstarke Motor hinter dem gesamten Geschäftsmodell von Costco – werden weiterhin mit Raten verlängert, um die andere Einzelhändler das Unternehmen nur beneiden können. In den ersten 44 Wochen des Geschäftsjahres liegen die bereinigten flächenbereinigten Umsätze bei gesunden 6,7%.

Hohe Bewertung lässt keinen Spielraum für Schwäche

Costco wird nicht nach den üblichen Maßstäben des Einzelhandels bewertet. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wird die Aktie mit etwa dem 46-Fachen des Gewinns gehandelt – ein stolzer Preis, auch wenn dieser gegenüber dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von Mitte 50, das die Aktie Anfang des Jahres aufwies, bereits gesunken ist. Zum Vergleich: Der S&P 500 wird näher am 25-Fachen bewertet.

Anleger waren lange bereit, diesen erheblichen Bewertungsaufschlag für die Beständigkeit von Costco und die wiederkehrenden Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen zu zahlen. Das Problem liegt darin, was diese Bewertung bereits einpreist: jahrelanges, ununterbrochenes flächenbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich und stetige Gewinnsteigerungen – ohne Schwächephasen. Wenn ein monatliches Update zeigt, dass sich die zugrunde liegende Wachstumsrate auch nur geringfügig abkühlt, kann die Marktreaktion überproportional ausfallen.

Die Quartalsdividende von 1,47 US-Dollar pro Aktie ist dabei eine nette Geste, aber bei einer Rendite von rund 0,6% war sie wohl nie der Hauptgrund, die Aktie zu halten. Für bestehende Aktionäre gilt: Costco ist ein Unternehmen, das es wert ist, langfristig gehalten zu werden. Das Unternehmen gewinnt weiterhin Mitglieder hinzu, bindet diese langfristig und baut die Online-Umsätze weiter aus.

Für neue Investoren hingegen reicht ein Rücksetzer von 4% möglicherweise nicht aus, um die Aktie bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 46 zum Kauf zu machen. Der Juni ist eine kleine Erinnerung daran, dass Wachstum Schwankungen unterliegt – selbst bei einem so gut geführten Unternehmen wie Costco.

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