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Costco-Aktie fällt trotz starkem Umsatzwachstum von 10,6 Prozent

Verlangsamtes Wachstum im Juni enttäuscht Anleger – obwohl Costco solide Zahlen liefert.

Costco-Aktie fällt trotz starkem Umsatzwachstum von 10,6 Prozent

Die Aktie von Costco Wholesale gab am Donnerstag nach, nachdem der US-amerikanische Discountriese seine Umsatzzahlen für den Monat Juni veröffentlicht hatte. Trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs reagierten Anleger mit Verkäufen – ein klassisches Beispiel dafür, wie hohe Erwartungen selbst gute Zahlen schlecht aussehen lassen können.

Der Nettoumsatz von Costco stieg in den fünf Wochen bis zum 5. Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,6 Prozent auf 29,24 Milliarden US-Dollar. Der flächenbereinigte Umsatz – also die sogenannten Comparable Sales, die nur Standorte berücksichtigen, die seit mehr als einem Jahr geöffnet sind – legte um 8,8 Prozent zu. Zahlen, die für die meisten Einzelhändler als Erfolg gelten würden.

Das Problem liegt im Vergleich zum Vormonat: Im Mai hatte Costco noch ein Nettoumsatzwachstum von 14,5 Prozent und ein flächenbereinigtes Wachstum von 12,5 Prozent verzeichnet. Die Verlangsamung im Juni fiel damit deutlich ins Auge der Märkte.

Benzinpreise verzerren das Bild

Ein wichtiger Faktor bei der Einordnung der Zahlen sind Benzinpreiseffekte und Wechselkursschwankungen. Bereinigt man die Wachstumszahlen um diese Einflüsse, fällt die Verlangsamung deutlich moderater aus: Der bereinigte flächenbereinigte Umsatz stieg im Juni um 7 Prozent, verglichen mit 8 Prozent im Mai. Die Differenz ist damit wesentlich geringer als die Rohdaten zunächst vermuten lassen.

Höhere Ölpreise hatten Costcos Umsätze zu Beginn des Jahres vorübergehend beflügelt. Viele Mitglieder suchten die Großmärkte gezielt auf, um von den dort angebotenen Benzinrabatten zu profitieren. Mit dem Rückgang der Ölpreise fiel dieser Sondereffekt nun weg – was die Wachstumsrate optisch stärker drückte, als es das operative Geschäft rechtfertigt.

Hohe Bewertung macht Costco anfällig für Enttäuschungen

Costco wird an der Börse mit einem deutlichen Aufschlag bei den Gewinn- und Cashflow-Multiplikatoren gegenüber vielen anderen Einzelhändlern gehandelt. Diese Premiumverwertung spiegelt die hohen Erwartungen der Anleger an kontinuierliches, möglichst beschleunigtes Wachstum wider. Verlangsamt sich das Wachstum – selbst auf hohem Niveau –, reagieren Händler häufig mit Verkäufen.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt das Bild jedoch positiv. Preisbewusste Verbraucher wissen, dass sie bei Costco Schnäppchen finden – ein struktureller Vorteil, der dem Unternehmen auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zugutekommt. Costco baut zudem seine Filialzahl und Mitgliederbasis kontinuierlich aus, was die Grundlage für weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum legt.

Das Fazit: Die Juni-Zahlen von Costco sind keine Krisenzeichen, sondern eine Normalisierung nach einem außergewöhnlich starken Mai. Anleger, die auf eine Beschleunigung des Wachstums gesetzt hatten, wurden enttäuscht – das Kerngeschäft des Discountriesen bleibt jedoch robust.

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