Covestro senkt erneut seine Gewinnprognose
Wirtschaftliche Herausforderungen und sinkende Verkaufspreise belasten den Kunststoffkonzern

Der Kunststoffkonzern Covestro hat aufgrund eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds seine Prognose für das Gesamtjahr 2024 angepasst. Das Unternehmen erwartet nun einen operativen Gewinn (Ebitda) zwischen 1,0 und 1,25 Milliarden Euro, statt der ursprünglich angepeilten Spanne von 1,0 bis 1,4 Milliarden Euro. Diese Anpassung spiegelt die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen wider, denen Covestro in verschiedenen Branchen und Regionen begegnet. Der Finanzchef des Unternehmens, Christian Baier, erklärte, dass die globale Nachfrage weiterhin auf niedrigem Niveau verharrt, obwohl sie insgesamt intakt bleibt.
Im dritten Quartal des Jahres konnte Covestro seinen operativen Gewinn um 3,6 Prozent auf 287 Millionen Euro steigern. Diese Zahl liegt jedoch leicht unter den Erwartungen von Analysten, die mit 292 Millionen Euro gerechnet hatten. Covestro hatte zuvor eine Ergebnisbandbreite von 250 bis 350 Millionen Euro für das Quartal prognostiziert und bleibt damit in seiner eigenen Zielvorgabe. Gleichzeitig verharrte der Umsatz trotz gestiegener Absatzmengen auf einem stabilen Niveau von 3,6 Milliarden Euro, nur geringfügig höher als im Vorjahreszeitraum, als der Umsatz bei 3,57 Milliarden Euro lag. Die Stabilität im Umsatz ist jedoch in Teilen auf sinkende Verkaufspreise zurückzuführen, die dem Konzern Gegenwind bereiteten.
Im Hintergrund steht eine geplante Übernahme von Covestro durch den Staatskonzern Adnoc aus Abu Dhabi. Adnoc plant, den DAX-Konzern einschließlich dessen Schulden für bis zu 16 Milliarden Euro zu erwerben. Der arabische Ölkonzern hat intensiv um die ehemalige Bayer-Tochter geworben und konnte Anfang Oktober eine Übereinkunft erzielen. Damit steht Covestro vor einer bedeutenden Veränderung in seiner Eigentümerstruktur, die weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen und seine Zukunft haben könnte. Die Aktionäre des Unternehmens haben bis zum 27. November Zeit, das Übernahmeangebot anzunehmen, das über 62 Euro pro Aktie beträgt.
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Zur AktienanalyseDiese Übernahme kommt zu einer Zeit, in der Covestro mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen hat und die Nachfrage in mehreren Branchen niedrig bleibt. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, die anhaltenden Preisrückgänge und die geringen Wachstumsimpulse auszugleichen, während es sich gleichzeitig in einem Übernahmeprozess befindet. Die weiteren Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld und die Entscheidung der Aktionäre werden entscheidend dafür sein, wie sich Covestro in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird.


