CTP NV: Rekord-Vermietungen trotz sinkender Immobilienbewertungen
Der Logistikimmobilien-Konzern CTP meldet starke operative Zahlen im zweiten Quartal, kämpft aber mit Bewertungsrückgängen und erhöhtem Verschuldungsgrad.

CTP NV hat für das zweite Quartal 2026 eine Rekord-Vermietungsaktivität gemeldet und dabei Mietverträge über 1,6 Millionen Quadratmeter abgeschlossen. Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit sinkenden Immobilienbewertungen und einem Verschuldungsgrad konfrontiert, der über dem eigenen Zielbereich liegt.
Die Bruttomieteinnahmen stiegen im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 413,3 Millionen Euro. Das flächenbereinigte Mietwachstum (Like-for-like) lag bei 4,7 Prozent, während die annualisierten Mieteinnahmen 858 Millionen Euro erreichten. Das Management sieht sich damit auf Kurs, das selbst gesteckte Ziel von 1 Milliarde Euro Mieteinnahmen bis 2027 zu erreichen.
Die Belegungsquote des Portfolios blieb mit 93 Prozent stabil. Die durchschnittliche Monatsmiete pro Quadratmeter betrug 5,89 Euro. Im ersten Halbjahr stieg das bereinigte EPRA-Ergebnis im Jahresvergleich um 11,2 Prozent auf 240,9 Millionen Euro, was 0,50 Euro je Aktie entspricht.
Bewertungsrückgänge belasten das Portfolio
Trotz der operativen Stärke sanken die Immobilienbewertungen im ersten Halbjahr auf flächenbereinigter Basis um 0,9 Prozent. Das Netto-Neubewertungsergebnis belief sich auf minus 83 Millionen Euro. Der Wert des Bestandsportfolios sank dabei um 146,8 Millionen Euro, wobei Rumänien als primärer Belastungsfaktor genannt wird.
Das EPRA Net Tangible Assets (NTA) je Aktie – eine wichtige Kennzahl für den inneren Wert von Immobilienunternehmen – verringerte sich seit Jahresbeginn um 0,8 Prozent auf 20,23 Euro. Der Verschuldungsgrad (Loan-to-Value, LTV) stieg von 46,1 Prozent zum Jahresende 2025 auf 46,8 Prozent und überschreitet damit den Zielkorridor des Unternehmens von 40 bis 45 Prozent. CTP betonte jedoch, keine Kapitalerhöhung zur Finanzierung des laufenden Entwicklungsprogramms zu planen.
Starke Entwicklungspipeline und Expansion nach Vietnam
Im Bereich Projektentwicklung stellte CTP im ersten Halbjahr 245.000 Quadratmeter fertig – bei einer Bruttorendite auf die Kosten (Yield on Cost) von 10,8 Prozent und einer Vermietungsquote von 93 Prozent. Derzeit befinden sich 2 Millionen Quadratmeter im Bau, ein Wert der gegenüber dem ersten Quartal und dem Gesamtjahr 2025 unverändert blieb. Das Fertigstellungsziel für das Gesamtjahr 2026 liegt bei 1,4 bis 1,7 Millionen Quadratmetern.
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Zur AktienanalyseEin strategisches Highlight des ersten Halbjahres ist der Markteintritt in Vietnam. CTP sicherte sich rund 330.000 Quadratmeter Land an zwei Standorten mit einem geplanten Entwicklungspotenzial von etwa 210.500 Quadratmetern. Dies unterstreicht die geographische Expansionsstrategie des Unternehmens über seinen bisherigen Kernmarkt Mittel- und Osteuropa hinaus.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte CTP seine Prognose für das bereinigte EPRA-Ergebnis je Aktie in einer Bandbreite von 1,01 bis 1,03 Euro. Die Kombination aus Rekordvermietungen und stabiler Belegungsquote zeigt die operative Stärke des Unternehmens – die Herausforderungen bei Bewertungen und Verschuldungsgrad bleiben jedoch ein Thema, das Anleger im Blick behalten sollten.


