Curevac kämpft um Anschluss in der mRNA-Medizin
Nach Rückschlägen bei Impfstoffen nun Hoffnung auf Durchbruch bei Krebsmedikamenten

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac steht erneut vor erheblichen Herausforderungen in der Entwicklung von Medikamenten auf Basis der mRNA-Technologie. Nachdem das Unternehmen im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff hinter Konkurrenten wie Biontech und Moderna zurückblieb, setzt es nun große Hoffnungen auf die Entwicklung von Krebsimpfstoffen. Doch auch in diesem Bereich droht Curevac erneut ins Hintertreffen zu geraten. Der neue Vorstandschef Alexander Zehnder hat kürzlich eingeräumt, dass bis 2028 kein Krebsimpfstoff des Unternehmens auf den Markt kommen wird. Dies widerspricht früheren Prognosen, die einen möglichen Markteintritt bis zu diesem Zeitpunkt vorsahen.
Die mRNA-Technologie, die Curevac gemeinsam mit Biontech und Moderna entwickelt, basiert darauf, dem Körper eine Art Bauplan zur Verfügung zu stellen, wie er sich gegen bestimmte Krankheiten, wie etwa Tumore, zur Wehr setzen kann. Während Biontech und Moderna ihre mRNA-Plattformen bereits erfolgreich bei der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen eingesetzt haben und jetzt im Bereich der Onkologie weiterführen, hat Curevac diesen technologischen Vorsprung nicht nutzen können. Dies hatte zur Folge, dass das Unternehmen bereits während der Pandemie den Anschluss an die Konkurrenz verlor und nun erneut hinterherhinkt.
Ein wesentlicher Grund für den Rückstand liegt in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Während Biontech und Moderna bereits konkrete Zeitpläne für die Markteinführung ihrer Krebsmedikamente haben, bleibt Curevac vage. Zehnder betont zwar die Bedeutung von Partnerschaften für die spätere Entwicklung von Medikamenten, gibt aber zu, dass Curevac allein nicht in der Lage sein wird, Krebsmittel oder Medikamente gegen Infektionskrankheiten bis zur Marktreife zu entwickeln.
Im vergangenen Jahr musste Curevac zudem einen deutlichen Umsatzrückgang und hohe Verluste verzeichnen. Um die finanzielle Lage zu stabilisieren, hat das Unternehmen kürzlich die Rechte an seinen Grippe- und Corona-Impfstoffprogrammen an das britische Pharmaunternehmen GSK verkauft. Dieser Deal brachte Curevac 400 Millionen Euro ein, könnte aber langfristig bis zu 1,4 Milliarden Euro wert sein. Gleichzeitig plant Curevac einen erheblichen Stellenabbau, um die Kosten weiter zu senken.
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Zur AktienanalyseAktuell befindet sich nur ein einziges Medikament in der klinischen Entwicklung: ein mRNA-Krebsimpfstoff gegen das Glioblastom, einen seltenen Hirntumor. Zum Vergleich: Biontech und Moderna haben jeweils Dutzende von Medikamentenkandidaten in der klinischen Erprobung. Auch die finanziellen Mittel von Curevac sind im Vergleich zu den Konkurrenten stark begrenzt, was die Fortschritte des Unternehmens weiter verlangsamt. Die Zukunft von Curevac hängt nun entscheidend davon ab, ob es gelingt, die klinische Pipeline zu stärken und die Entwicklung neuer Medikamente voranzutreiben.


