Dänemarks Zentralbank hebt Leitzins auf 1,85 Prozent an
Alle sechs befragten Ökonomen erwarten eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte – zur Verteidigung der Krone-Euro-Bindung.

Die dänische Nationalbank wird ihren Einlagensatz voraussichtlich am Donnerstag von 1,6 % auf 1,85 % anheben. Das ergibt eine von Bloomberg News durchgeführte Umfrage unter sechs Ökonomen, die allesamt eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt erwarten. Die Entscheidung soll um 17:00 Uhr Kopenhagener Zeit bekanntgegeben werden.
Der Schritt folgt einer ähnlichen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB). Dänemarks Zentralbank legt ihre Geldpolitik üblicherweise einige Stunden nach den Zinsentscheidungen der EZB fest – ein Muster, das die enge geldpolitische Verzahnung zwischen Kopenhagen und Frankfurt widerspiegelt.
Hintergrund des Zinsschritts ist die Schwäche der dänischen Krone. Die Währung fiel in dieser Woche auf ein Sechsjahrestief gegenüber dem Euro. Die Nationalbank hat das gesetzliche Mandat, einen festen Wechselkurs zum Euro aufrechtzuerhalten und steuert die Krone offiziell innerhalb einer Bandbreite von 2,25 % um den Zielkurs von 7,46038 Kronen je Euro. In der Praxis wird jedoch eine deutlich engere Spanne angestrebt.
Keine Devisenmarktinterventionen bisher nötig
Bemerkenswert ist, dass die Zentralbank in den vergangenen Monaten nicht durch den direkten Kauf von Kronen an den Devisenmärkten eingreifen musste. Solche Interventionen gelten üblicherweise als erste Verteidigungslinie, bevor eine eigenständige Zinserhöhung in Betracht gezogen wird.
Oscar Norgaard, Ökonom bei der Jyske Bank A/S, kommentierte dies wie folgt: „Ich interpretiere das als Signal, dass die dänische Zentralbank es derzeit nicht für notwendig hält, die Krone zu verteidigen." Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass die Nationalbank den Zinsschritt eher als präventive Maßnahme im Einklang mit der EZB-Politik wertet, denn als Reaktion auf akuten Druck auf die Währung.
Die dänische Nationalbank hält im Gegensatz zur EZB oder der US-Notenbank Fed keine fest terminierten Sitzungen ab. Ihre geldpolitischen Entscheidungen orientieren sich stattdessen eng am Handeln der EZB, was die strukturelle Besonderheit des dänischen Währungssystems unterstreicht. Dänemark ist zwar EU-Mitglied, hat den Euro jedoch nicht eingeführt und hält stattdessen an der Krone mit festem Wechselkurs fest.
Breiter Konsens unter Bankexperten
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Zur AktienanalyseAn der Bloomberg-Umfrage nahmen Ökonomen aus sechs renommierten Finanzinstituten teil: Soren Kristensen von der AL Sydbank A/S, Jens Naervig Pedersen von der Danske Bank A/S, Oscar Norgaard von der Jyske Bank, Jan Storup Nielsen von der Nordea Bank Abp, Jes Asmussen von der SJF Bank A/S sowie Sune Malthe-Thagaard von der Totalkredit A/S. Der einstimmige Konsens unter den Experten unterstreicht die Erwartbarkeit des Schritts.
Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung relevant, da sie die Wirkung der EZB-Geldpolitik über die Eurozone hinaus verdeutlicht. Länder mit festen Wechselkursbindungen an den Euro – wie Dänemark – sind faktisch gezwungen, die Zinspolitik der EZB mitzuvollziehen, um ihre Währungsparität zu wahren.


