Danone zieht Nutri-Score von Milchgetränken zurück
Neue Berechnung stuft Milchprodukte in Kategorie mit Softdrinks ein, Kritik von Verbraucherschützern

Danone, der französische Lebensmittelkonzern, hat angekündigt, die freiwillige Kennzeichnung von trinkbaren Milchprodukten mit dem Nutri-Score schrittweise zu entfernen. Diese Entscheidung resultiert aus einer neuen Bewertung des Nutri-Score-Modells, bei der trinkbare Milchprodukte und pflanzenbasierte Drinks als Getränke und nicht mehr als allgemeine Lebensmittel kategorisiert werden. Diese Änderung führt dazu, dass sie in eine Kategorie mit Softgetränken fallen würden, was für Verwirrung bei den Verbrauchern sorgt. Ein Sprecher von Danone kritisierte die Neuberechnung und bezeichnete die neuen Bewertungen als „vollkommen absurd“. Insbesondere wird bemängelt, dass Milchgetränke aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung in eine ähnliche Kategorie wie Softdrinks eingeordnet werden, obwohl sie traditionell als Nahrungsmittel angesehen werden.
Der Nutri-Score, ein farblich unterteiltes Bewertungssystem von A bis E, soll Verbrauchern helfen, die Nährwertqualität von Lebensmitteln auf einen Blick zu erkennen. Seit Ende des vergangenen Jahres werden jedoch auch Milch- und Pflanzengetränke als Getränke klassifiziert. Dies hat zur Folge, dass selbst geringfügig gesüßte Produkte deutlich schlechter bewertet werden. Danone, das zu den ersten Unternehmen gehörte, die den Nutri-Score in Deutschland eingeführt haben, zieht nun Teile seines Sortiments aus diesem System zurück. Besonders betroffen sind Produkte wie trinkbare Joghurts und andere Milchgetränke.
Die Entscheidung von Danone stieß auf scharfe Kritik seitens der Verbraucherorganisation Foodwatch. Luise Molling von Foodwatch bemängelte, dass Danone den Rückzug aus der Nutri-Score-Kennzeichnung vollzieht, sobald einige Produkte schlechter abschneiden. Sie forderte, dass der Nutri-Score europaweit verpflichtend eingeführt wird, um eine faire und konsistente Bewertung aller Produkte zu gewährleisten. Molling führte das Beispiel des Joghurtdrinks Actimel an, der durch die Neuberechnung statt eines hellgrünen „B“ ein rotes „E“ erhalten würde. Sie kritisierte zudem, dass das „Rosinenpicken“ der Konzerne bei der Nutzung des Nutri-Scores beendet werden müsse.
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Zur AktienanalyseAuch der Nutri-Score selbst bleibt nicht unumstritten. Die Berechnung berücksichtigt neben Zucker, Fett und Salz auch positive Elemente wie Ballaststoffe, Eiweiß sowie Obst- und Gemüseanteile. Dennoch gibt es besonders in Südeuropa Widerstand gegen das System, da es bestimmte Produkte wie natives Olivenöl benachteiligt. Seit seiner Einführung im Jahr 2020 haben sich in Deutschland bereits rund 890 Unternehmen mit mehr als 1.300 Marken für die freiwillige Nutzung registriert. Trotz der breiten Akzeptanz bleibt die Diskussion über die Verlässlichkeit und Fairness des Nutri-Score-Systems lebhaft.

