David Ellison kämpft vor Gericht um 81-Milliarden-Warner-Deal
Ein Kläger des kalifornischen Generalstaatsanwalts bedroht Ellisons Mega-Fusion – mit täglich 7 Millionen Dollar auf dem Spiel.

David Ellison steht vor der bislang riskantesten Phase seines milliardenschweren Mediendeals. Nach fast einem Jahr intensiver Arbeit, um die feindliche Übernahme von Warner Bros. Discovery im Wert von 81 Milliarden US-Dollar zu sichern, droht nun eine Klage des kalifornischen Generalstaatsanwalts die gesamte Transaktion zu blockieren. Ellisons Antwort: der Gang vor Gericht – eine kostspielige und riskante Wette.
Der Deal hatte bereits zahlreiche Hürden genommen. Ellison führte das Vorhaben erfolgreich am US-Justizministerium vorbei und bestand weltweite regulatorische Prüfungen. Dass ausgerechnet eine Klage auf bundesstaatlicher Ebene in Kalifornien zum letzten großen Stolperstein werden könnte, hatte kaum jemand erwartet. Doch genau das ist nun die Realität, mit der sich Ellison und sein Team konfrontiert sehen.
Millionenkosten pro Tag
Besonders brisant ist die finanzielle Dimension des Verzugs. Paramount hat zugestimmt, bei Abschluss sogenannte „Ticking Fees" in Höhe von 650 Millionen US-Dollar pro Quartal zu zahlen, sollte die Transaktion nicht bis zum 30. September vollzogen sein. Das entspricht rund 7 Millionen US-Dollar pro Tag – eine enorme Summe, die den Druck auf Ellison und sein Team erheblich erhöht.
Diese Gebührenstruktur ist im M&A-Bereich ein bekanntes Instrument, um den übernehmenden Käufer zur zügigen Abwicklung zu bewegen. Je länger sich der Abschluss verzögert, desto teurer wird der Deal für Ellison. Der Rechtsstreit mit dem Generalstaatsanwalt Kaliforniens könnte den Zeitplan empfindlich stören und die Gesamtkosten der Transaktion deutlich in die Höhe treiben.
War-Room-Mentalität kehrt zurück
Ellison und seine engsten Vertrauten befinden sich laut Berichten wieder in jener „War-Room"-Mentalität, die bereits das ursprüngliche Übernahmebestreben geprägt hatte. Das Ziel ist ehrgeizig: Paramount, zu dem der Fernsehsender CBS sowie verschiedene Streaming-Dienste gehören, soll mit Warner Bros. Discovery verschmolzen werden – dem Mutterkonzern von HBO und CNN.
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Zur AktienanalyseEine solche Fusion würde einen der mächtigsten Medienkonzerne der Welt entstehen lassen. HBO gilt als eine der renommiertesten Premiummarken im globalen Streaming-Markt, während CNN als führendes Nachrichtennetzwerk der USA bekannt ist. CBS wiederum ist einer der meistgesehenen Free-TV-Sender Nordamerikas. Die strategische Logik hinter dem Zusammenschluss liegt auf der Hand: Größe und Reichweite als Antwort auf den wachsenden Wettbewerb durch Netflix, Amazon und Disney.
Für deutsche Anleger und Medienbeobachter ist der Fall ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie selbst weit fortgeschrittene Megadeals durch regulatorische Eingriffe auf Staatsebene ins Stocken geraten können. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens dürfte nicht nur über die Zukunft zweier Medienriesen entscheiden, sondern auch Signalwirkung für künftige Großfusionen in der US-Medienlandschaft haben.


