David Tepper setzt 5% seines Portfolios auf Energieaktie Vistra
Hedgefonds-Milliardär David Tepper hat seine Position in Vistra verdoppelt – wegen des KI-Booms und einem 20-Jahres-Deal mit Meta.

Milliardär David Tepper ist für seine treffsicheren Investitionen bekannt. Sein Hedgefonds Appaloosa Management verwaltete zum ersten Quartal 2025 ein Vermögen von 5,93 Milliarden US-Dollar – und eine überraschend große Position entfällt dabei auf ein wenig bekanntes Energieunternehmen: Vistra (VST).
Vistra macht 5,12 Prozent des Appaloosa-Portfolios aus und ist damit die siebtgrößte Position des Fonds. Die sechs Positionen, die noch größer sind, gehören allesamt dem Technologiesektor an: Amazon, Micron, Alphabet, Uber, Taiwan Semiconductor Manufacturing und Alibaba. Dass ein Energieunternehmen in dieser Gesellschaft auftaucht, ist bemerkenswert – und hat einen klaren Grund.
Was macht Vistra eigentlich?
Vistra verdient sein Geld auf zwei Wegen. Erstens betreibt das Unternehmen ein Privatkundengeschäft, über das rund 5 Millionen Privat-, Gewerbe- und Industriekunden mit Strom versorgt werden. Zweitens erzeugt Vistra selbst große Mengen an Elektrizität – rund 44.000 Megawatt – und verkauft diese an die großen US-Stromnetze. Die Energiequellen sind dabei vielfältig: Erdgas, Kernkraft, Kohle, Solar und Batteriespeicher.
Für Tepper und Appaloosa dürfte vor allem das Stromerzeugungsgeschäft ausschlaggebend für das Investment gewesen sein. Und das führt – überraschenderweise – direkt zur künstlichen Intelligenz.
Vistra als indirektes KI-Investment
Rechenzentren bilden die physische Grundlage für den Betrieb von KI-Systemen. Sie müssen rund um die Uhr laufen und benötigen dafür enorme Mengen an Strom. Genau hier kommt Vistra ins Spiel. Während sogenannte KI-Hyperscaler – also Unternehmen wie Meta, Microsoft oder Google, die die Rechenzentrumsinfrastruktur besitzen – kollektiv Hunderte von Milliarden US-Dollar in den Ausbau dieser Zentren investieren, sichern sie sich gleichzeitig langfristige Energieverträge.
Erst Anfang dieses Jahres gaben Vistra und Meta Platforms eine 20-jährige Stromabnahmevereinbarung bekannt. Ein solcher Langzeitvertrag bietet Vistra Planungssicherheit und stabile Einnahmen über zwei Jahrzehnte – ein starkes Argument für Investoren. Es liegt nahe, dass genau dieser Deal Teppers Entscheidung beeinflusst hat, seine Position in der Aktie zu verdoppeln.
Starke Gewinnentwicklung, aber volatile Aktie
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Zur AktienanalyseAuf den ersten Blick wirkt die Aktie wenig attraktiv: In den vergangenen 12 Monaten (Stand 22. Juli) lag Vistra rund 12 Prozent im Minus und hat damit nicht von dem KI-getriebenen Kursanstieg profitiert, den viele andere Unternehmen aus dem KI-Umfeld verzeichnen konnten. Doch genau das könnte bedeuten, dass Tepper der Marktentwicklung voraus ist.
Die Gewinnzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal des Vorjahres verzeichnete Vistra noch einen Verlust von 268 Millionen US-Dollar. Im gleichen Quartal dieses Jahres erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,03 Milliarden US-Dollar. Das ist zwar weniger als die 1,84 Milliarden US-Dollar, die im dritten Quartal 2024 erwirtschaftet wurden, zeigt aber eine klare Erholungstendenz.
Vistra hat die Früchte des KI-Booms noch nicht vollständig geerntet. Die aktuelle Positionierung des Unternehmens – mit langfristigen Energieverträgen und einer diversifizierten Erzeugungsflotte – macht es zu einem interessanten Kandidaten für Anleger, die indirekt vom KI-Wachstum profitieren möchten. Allerdings sollten risikoaverse Investoren die teils erhebliche Kursschwankung der Aktie im Blick behalten.


