DAX auf Allzeithoch: 25.656 Punkte dank US-Jobdaten und Bayer-Rally

Der schwächelnde US-Arbeitsmarkt hat deutschen Aktionären heute ein Rekordgeschenk beschert. Während sich die Konjunkturdaten diesseits und jenseits des Atlantiks eintrüben, feiern die Börsen – denn schwache Beschäftigungszahlen bedeuten weniger Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve, die Zinsen weiter hochzuhalten.
Der DAX kletterte am Nachmittag auf ein neues Allzeithoch von 25.656 Punkten – ein Tagesgewinn von rund zweieinhalb Prozent. Der Anstieg kam nicht aus dem Nichts: Bereits am Vormittag hatte der deutsche Leitindex positiv auf die vorgestellten Reformpläne der Bundesregierung reagiert, nachdem der Start in den Handelstag zunächst zäh verlaufen war.
US-Arbeitsmarkt gibt Zinshoffnung neuen Schub
Der eigentliche Katalysator für den Rekordlauf kam aus den USA: Aktuelle Daten zeigen, dass sich der amerikanische Arbeitsmarkt im Juni deutlich abgekühlt hat. Für Anleger ist das eine gute Nachricht – denn steigende Zinsen bremsen Wirtschaft und Unternehmenswachstum aus. Die Hoffnung auf stabile oder sogar sinkende Leitzinsen der Fed ermunterte Investoren auf beiden Seiten des Atlantiks, beherzt bei Aktien zuzugreifen. Die großen internationalen Leitindizes legten daraufhin deutlich zu.
Seit Monaten halten sich die Weltbörsen trotz des anhaltenden Iran-Kriegs und wirtschaftlicher Unsicherheiten auf hohem Niveau. Als tragende Säulen gelten der Hype um Künstliche Intelligenz sowie die Erwartung sinkender Leitzinsen und einer baldigen Konfliktlösung im Nahen Osten.
Bayer überrascht mit fast neun Prozent Plus
Die größte Überraschung des Tages lieferte Bayer. Die seit Jahren gebeutelte Aktie des Pharma- und Agrarchemiekonzerns schoss um knapp neun Prozent nach oben und führte damit die DAX-Rangliste an. Gleich zwei positive Impulse wirkten zusammen: Ein optimistischer Analystenkommentar der Deutschen Bank sowie die angekündigte Auslagerung des umstrittenen Glyphosat-Geschäfts. Hinzu kommt ein wichtiges Gerichtsurteil aus den USA, das vor wenigen Tagen zugunsten von Bayer im milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit gefallen war – ein Verfahren, das den Konzern seit Jahren belastet.
KNDS verschiebt Börsengang auf unbestimmte Zeit
Weniger erfreuliche Nachrichten gab es vom deutsch-französischen Panzerbauer KNDS. Das Unternehmen schiebt seinen geplanten Doppelbörsenlisting an den Börsen Paris und Frankfurt auf. Die Aktionäre hätten signalisiert, die Börsenpläne erst wieder aufzunehmen, wenn sich das Marktumfeld für europäische Rüstungsaktien erholt habe, teilte KNDS mit. Ursprünglich war der Börsengang noch vor der Sommerpause Mitte Juli geplant. Das nächste realistische Zeitfenster öffnet sich nun frühestens im September, wenn die institutionellen Investoren aus der Urlaubspause zurückkehren. Rüstungstitel hatten zuletzt trotz steigender Verteidigungsausgaben weltweit an Wert verloren.
Tesla übertrifft Erwartungen deutlich
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Zur AktienanalyseGute Zahlen meldete derweil Tesla: Der US-amerikanische Elektroautobauer lieferte im zweiten Quartal 2025 mehr als 480.000 Fahrzeuge aus – ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten deutlich weniger erwartet, Tesla selbst hatte lediglich rund 406.000 Auslieferungen prognostiziert. Als Gründe für den kräftigen Anstieg gelten die weltweit stark gestiegenen Kraftstoffpreise, die die Nachfrage nach Elektroautos ankurbeln, sowie ein schwacher Vergleichszeitraum im Vorjahr. Damals hatte Tesla unter massiven Boykottaufrufen gelitten, ausgelöst durch die politische Rolle von Konzernchef Elon Musk in der Regierung von US-Präsident Donald Trump.
Google verliert Milliarden-Rechtsstreit vor dem EuGH
Abgerundet wird der heutige Handelstag durch ein wegweisendes Urteil aus Luxemburg: Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Google eine EU-Wettbewerbsstrafe in Rekordhöhe von 4,1 Milliarden Euro zahlen muss. Die Richter bestätigten damit die Entscheidung der EU-Kommission: Google habe Herstellern von Android-Smartphones sowie Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu sichern und auszubauen.


