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DAX bricht unter 25.000 Punkte: Trump-Zölle schocken Märkte

19. Januar 2026 3 Min

Der deutsche Leitindex DAX ist am Montag deutlich unter Druck geraten und fiel im frühen Handel unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Mit einem Minus von 1,3 Prozent notierte der Index bei 24.965 Zählern. Auslöser der Verkaufswelle sind erneute Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump, die die Märkte weltweit verunsichern.

Noch in den ersten Handelswochen des Jahres hatte der DAX bei 25.507 Punkten ein neues Allzeithoch markiert. Doch die Rekordrally scheint vorerst gestoppt. "Die Unsicherheit ist zurück. Und wieder sind es US-Zolldrohungen, die die Märkte erschüttern", kommentiert Thomas Altmann, Analyst beim Vermögensverwalter QC Partners. Er warnt vor einer möglichen Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen.

Salah-Eddine Bouhmidi, Head of Markets bei IG, sieht die Lage differenziert: "Trumps Ankündigungen holen die Märkte aus dem 'Dornröschenschlaf', Risiko wird neu bepreist." Kurzfristig rechnet er jedoch nicht mit größeren Verwerfungen, solange die großen US-Indizes ihre Dezembertiefs verteidigen können.

EU bereitet Gegenzölle vor

Nach Trumps Zolldrohungen im Streit um Grönland hat sich die Europäische Union auf Konfrontationskurs begeben. Am Donnerstag wollen europäische Staats- und Regierungschefs bei einem Sondergipfel über das weitere Vorgehen beraten. Im Raum stehen Gegenzölle im Volumen von 93 Milliarden Euro, die bislang zurückgehalten wurden.

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, warnt vor den Folgen neuer US-Zölle für die europäische Wirtschaft: "Höhere Preise reduzieren die Nachfrage in den USA nach europäischen Gütern, führen zu Absatz- und Marktanteilsverlusten und zwingen europäische Exporteure häufig zu Preiszugeständnissen, die ihre Gewinnmargen schmälern."

Wall Street geschlossen - Geringe Liquidität am Markt

Da die Wall Street am Montag feiertagsbedingt geschlossen bleibt, fehlen wichtige Impulse aus den USA. Erst am Dienstag wird an den US-Börsen wieder gehandelt. Die fehlende Teilnahme ausländischer Investoren dürfte zu geringeren Handelsvolumina führen. Die US-Futures deuten allerdings bereits darauf hin, dass auch die amerikanischen Märkte unter dem Zollkonflikt leiden werden, sobald der Handel wieder aufgenommen wird.

Autobauer unter Druck, Rüstungswerte gefragt

Die deutsche Automobilindustrie, die besonders stark vom US-Markt abhängig ist, gehört zu den größten Verlierern des Tages. Aktien von Volkswagen verloren 3,4 Prozent, Mercedes-Benz büßte 3,8 Prozent ein, und BMW gab 4,2 Prozent nach. Die Sorge vor möglichen US-Importzöllen auf europäische Fahrzeuge belastet die Branche erheblich.

Gegen den Trend entwickeln sich Rüstungswerte. Rheinmetall, Renk und Hensoldt profitieren von der gestiegenen geopolitischen Unsicherheit. Der europäische Verteidigungsindex ist im laufenden Monat bereits um fast 15 Prozent gestiegen. Rheinmetall zählt im DAX zu den wenigen Gewinnern.

Bayer mit Kurssprung nach Glyphosat-Entscheidung

Deutlich gegen den Markttrend stemmt sich die Bayer-Aktie mit einem Plus von rund sieben Prozent. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat im milliardenschweren Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat einen wichtigen Etappensieg errungen.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitagabend deutscher Zeit den Glyphosat-Fall "Durnell" zur Prüfung angenommen. Damit steigen die Chancen auf ein Grundsatzurteil in dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit. Eine Entscheidung des Gerichts wird bis zum Sommer erwartet. Für Bayer ist dies ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Rechtssicherheit.

Edelmetalle als sichere Häfen gefragt

Angesichts der Zoll-Eskalation verzeichneten Gold und Silber zum Wochenbeginn deutliche Zugewinne. Beide Edelmetalle kletterten im frühen Handel auf neue Rekordstände. Gold gilt vielen Anlegern traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten und profitiert von der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Chinas Wirtschaft erreicht Wachstumsziel

Derweil richtet sich der Blick auch auf die Konjunktur in China. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von fünf Prozent das offizielle Ziel der Regierung erreicht, wie das Statistikamt in Peking mitteilte.

Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu. Dies war das schwächste Quartalswachstum seit dem Ende des Corona-Lockdowns vor drei Jahren. Die Zahlen unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen für die chinesische Wirtschaft und könnten zusätzlichen Druck auf die globalen Märkte ausüben.

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