DAX erholt sich: Adidas glänzt, SAP unter Druck, Fed-Entscheidung im Fokus
Der DAX hat sich am Freitag im frühen Handel von seinem Vortagesrutsch erholt und legte um 0,7 Prozent auf 24.481 Punkte zu. Unterstützung kam von mehreren Seiten: Eine Einigung im US-Haushaltsstreit, Gesprächsbereitschaft statt militärischer Eskalation im Iran-Konflikt und die Aussicht auf einen gemäßigten Kandidaten für den Fed-Vorsitz sorgten für vorsichtigen Optimismus an der Frankfurter Börse.
Dennoch bleiben die Marktteilnehmer wachsam. "Geopolitische Themen bleiben mit den Sorgen vor einem möglichen Militärschlag der USA gegen den Iran präsent und die Risikoaversion kann jederzeit weiter zunehmen", warnen die Helaba-Experten Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg. Auf Wochensicht dürfte der DAX dennoch ein Minus verzeichnen.
Gemischte Vorgaben aus den USA
Die US-Börsen zeigten sich am Vortag uneinheitlich. Während der Dow Jones um 0,1 Prozent auf 49.071 Punkte zulegte, gaben der S&P 500 um 0,3 Prozent auf 6.969 Zähler und der Nasdaq um 0,7 Prozent auf 23.685 Punkte nach. Vor allem Technologiewerte standen unter Druck, nachdem Anleger Gewinne mitnahmen. Diese Tendenz setzte sich im asiatischen Handel fort, belastet durch enttäuschende Quartalszahlen von Microsoft.
Einen positiven Akzent setzte hingegen Apple: Der iPhone-Konzern meldete mit der Generation des iPhone 17 einen Rekordumsatz von 85 Milliarden Dollar – ein Plus von 23 Prozent. Besonders in China zog die Nachfrage stark an. Allerdings kämpft Apple mit Chip-Engpässen, da nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Konkurrenz verstärkt auf Halbleiter angewiesen ist. Die Börse honorierte die Zahlen nachbörslich mit Kursgewinnen.
Fed-Entscheidung rückt in den Fokus
Mit Spannung erwarten die Märkte die heutige Bekanntgabe des neuen Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Donald Trump. Als Favorit gilt der frühere Notenbank-Gouverneur Kevin Warsh. Alle vier Kandidaten auf der Liste befürworten niedrigere Zinsen – eine Bedingung, die Trump gestellt hatte.
"Die schlimmsten Befürchtungen, dass die Fed ihren guten Ruf als verlässliche Notenbank verliert, dürften sich mit Warsh nicht bewahrheiten", kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Ob Warsh tatsächlich dem Zinswunsch des Präsidenten folgen werde, bleibe abzuwarten. "Warsh versteht aber, dass die Fed und deren guter Ruf essentiell für das Wohlergehen der USA sind. Es geht dabei um die Stabilität des Finanzsystems." Der Dollar reagierte verhalten positiv auf diese Entwicklung.
Adidas überzeugt mit starker Jahresbilanz
Zu den Gewinnern des Tages zählt eindeutig Adidas: Der Sportartikelhersteller übertraf mit seiner Jahresbilanz 2025 die Erwartungen bei Umsatz und Betriebsgewinn deutlich. Bemerkenswert ist, dass der Konzern sowohl die US-Einfuhrzölle als auch den schwachen Dollar-Kurs verkraftete. Letzterer kostete das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Milliarde Euro Umsatz. Da Adidas in Asien fertigt und auch in die USA liefert, war der Konzern von beiden Faktoren betroffen.
Die Börse zeigte sich beeindruckt: Nach überdurchschnittlichen Kursgewinnen am Donnerstag setzt die Aktie ihre Aufwärtsbewegung fort und gehört zu den Favoriten im DAX.
SAP kämpft mit Nachwehen der Enttäuschung
Ganz anders präsentiert sich die Lage bei SAP: Nach dem 16-prozentigen Kurseinbruch am Donnerstag, ausgelöst durch enttäuschende Zahlen im Cloud-Geschäft, hagelt es negative Analystenkommentare. JP Morgan, die Bank of America und die UBS senkten ihre Kursziele für den Softwarekonzern. Als Folge hat SAP seine Position als größtes DAX-Schwergewicht an Siemens verloren. Dennoch zeigt die Aktie im frühen Handel erste Erholungstendenzen.
Edelmetalle geben nach
Gold und Silber setzen ihre Talfahrt fort. Als Gründe nennen Marktteilnehmer die Erholung des Dollarkurses sowie die zunehmende Beruhigung bei der Fed-Nachfolge. Die Aussicht auf einen gemäßigten Kandidaten dämpft die Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, was den sicheren Hafen Edelmetalle weniger attraktiv macht.
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Zur AktienanalyseBörsengang: Asta Energy startet mit Kurssprung
Am Freitagmorgen läutete in Frankfurt die berühmte Glocke: Mit Asta Energy wagte sich das erste Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Die Aktie war zu 29,50 Euro ausgegeben worden und startete mit einem ersten Kurs von 43 Euro – ein beeindruckender Aufschlag.
Das österreichische Unternehmen ist auf Kupferprodukte spezialisiert und profitiert damit vom Boom bei Rechenzentren. Mit Siemens Energy hat Asta Energy einen gewichtigen Partner an seiner Seite, was das Vertrauen der Anleger in den Börsengang zusätzlich stärkte.
Ausblick: Konjunkturdaten im Blick
In den kommenden Tagen sollten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf wichtige Konjunkturdaten richten. Besonders die Inflationszahlen für Januar sowie US-Daten zum Verbrauchervertrauen dürften für Impulse sorgen. Die geopolitischen Risiken bleiben präsent und könnten jederzeit für erhöhte Volatilität sorgen.


