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DAX erholt sich: Leitindex begrenzt Verluste trotz Zinsängsten

US-Arbeitsmarktdaten, Zinssorgen und neue Eskalation im Nahost-Konflikt belasten den deutschen Aktienmarkt am Montag.

DAX erholt sich: Leitindex begrenzt Verluste trotz Zinsängsten

Der DAX hat sich am Montag von seinen anfänglich deutlichen Verlusten erholt und schloss moderat im Minus. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,3 Prozent tiefer bei 24.681 Punkten – nahe der 21-Tage-Linie, die Analysten als Indikator für den kurzfristigen Trend heranziehen. Auch der MDax verlor 0,6 Prozent auf 32.277 Zähler, während der EuroStoxx 50 um 0,1 Prozent nachgab.

Ausgelöst wurde die Schwäche durch ein Bündel negativer Faktoren: Zum einen hatten die US-Börsen am Freitag stark nachgegeben – vor allem Technologiewerte standen unter massivem Verkaufsdruck. Hintergrund waren überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten, die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed zunichtemachten.

„Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar von ActivTrades die Lage treffend.

Nahost-Eskalation belastet Reise- und Luftfahrtaktien

Zusätzlichen Druck erzeugte die erneute Eskalation im Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Beide Länder griffen sich erstmals seit der Waffenruhe im April wieder gegenseitig an – und gefährdeten damit die von US-Präsident Donald Trump angestrebten Friedensbemühungen. Am Nachmittag kündigte der Iran an, die Angriffe einzustellen. Trump versicherte, weiterhin an einer baldigen Lösung zu arbeiten.

Die angespannte Lage in Nahost traf besonders Aktien aus dem Reise- und Luftfahrtsektor. Airbus, TUI und Lufthansa verzeichneten Kursverluste zwischen 0,8 und 1,5 Prozent.

Zinssensible Immobilienwerte litten besonders stark unter den aufkeimenden Zinsängsten. Vonovia, TAG, Aroundtown und LEG büßten zwischen 2,1 und 3,5 Prozent ein – die Aussicht auf länger anhaltend hohe Zinsen belastet die kapitalintensive Branche strukturell.

Halbleiter stabilisieren sich, Chemie unter Druck

Nach dem jüngsten Ausverkauf versuchten Halbleiterwerte eine Gegenbewegung. Infineon führte den DAX als Tagesgewinner mit einem Plus von 2,2 Prozent an. Das Papier hatte zuvor bis zu 16 Prozent von seinem Jahrtausend-Hoch verloren. Auch die Chipausrüster Aixtron, Siltronic und PVA Tepla legten zwischen 2,1 und 3,4 Prozent zu.

Deutlich schlechter lief es für die Chemiebranche. Lanxess verlor als MDax-Schlusslicht 5,9 Prozent, BASF gab 3,2 Prozent nach. Auslöser war eine Analystenstudie der US-Investmentbank Goldman Sachs: Analystin Georgina Fraser stufte mehrere europäische Chemieaktien ab und warnte vor einem neuerlichen Abschwung in der Branche.

CTS Eventim verlor 3,4 Prozent, nachdem die Investmentbank Exane BNP die Aktie des Ticketvermarkters auf „Underperform" herabgestuft hatte. Gegen den Trend legte die Porsche AG um 3,0 Prozent zu. UBS-Analyst Patrick Hummel sprach eine Kaufempfehlung aus: Obwohl der Turnaround des Sportwagenbauers noch Jahre dauern dürfte, sei jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt gekommen.

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