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DAX hält Kurs unter Rekordhoch, Chipfantasie stützt

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DAX hält Kurs unter Rekordhoch, Chipfantasie stützt

Der DAX hat nach dem Rekordrausch der vergangenen Tage eine Atempause eingelegt und den Donnerstag im Plus beendet. Auf Xetra stieg der Leitindex um 0,26 Prozent auf 25.352,39 Punkte und blieb damit in Reichweite seines jüngsten Rekordhochs oberhalb von 25.500 Zählern. Über weite Strecken bewegte sich der Markt in einer engen Spanne, erst spät kam Schwung auf. Rückenwind lieferten freundliche Vorgaben aus den USA und ein neuer Schub für Technologiewerte.

Im Mittelpunkt stand der Halbleitersektor: Ein optimistischer Ausblick des Chipfertigers TSMC löste neue Fantasie für die gesamte Branche aus und zog deutsche Zulieferer deutlich nach oben. Gleichzeitig mahnten Marktbeobachter zur Vorsicht, weil oberhalb von 25.500 Punkten die Luft dünner werde und nach der Gewinnserie zu Jahresbeginn Gewinnmitnahmen jederzeit möglich sind. Weder solide US-Konjunkturdaten noch starke Quartalszahlen großer US-Investmentbanken gaben dem deutschen Markt allein eine klare Richtung. Unterm Strich wirkte der Leitindex eher wie ein Markt, der Positionen sortiert, statt neue Risiken aufzubauen.

In der zweiten Reihe setzte sich die freundliche Tendenz fort. Der MDAX gewann 0,53 Prozent auf 31.943,60 Punkte, der TecDAX lag mit 0,07 Prozent Plus bei 3.771,79 Punkten. Kräftiger zog der SDAX an, der um 1,42 Prozent auf 18.336,93 Punkte stieg. Auch europaweit überwogen die Käufer, der Euro Stoxx 50 kletterte um 0,60 Prozent auf 6.041,14 Punkte.

Bei den großen deutschen Werten fiel vor allem RWE auf: Die Aktie sprang um 2,8 Prozent und überwand erstmals seit 2011 wieder die Marke von 50 Euro. Rückenwind kam aus Großbritannien, wo der Konzern bei einer Offshore-Wind-Auktion erfolgreich war, zudem wurde eine strategische Partnerschaft mit KKR bekannt; mehrere Investmentbanken reagierten mit Kaufempfehlungen und höheren Kurszielen. Adidas erholte sich mit rund 1,4 Prozent, gestützt von einem positiven Analystenkommentar. Schlusslicht im DAX waren Fresenius mit minus 4,5 Prozent, nachdem der Titel am Vortag auf das höchste Niveau seit 2019 geklettert war.

Im MDAX und TecDAX sorgten die Halbleiterwerte für die größten Ausschläge: Aixtron legte 5,7 Prozent zu, Suss MicroTec schoss um 10,7 Prozent nach oben, PVA Tepla gewann 8,4 Prozent, Siltronic 3,1 Prozent. Auf dem Parkett wurde das als unmittelbare Reaktion auf TSMCs Investitionspläne und den KI-getriebenen Nachfrageboom gewertet. Im SDAX überzeugte Drägerwerk mit Eckdaten für 2025 und einem Ausblick für 2026; die Aktie stieg um 9,3 Prozent. Zudem rückte Bayer mit Aussagen zu Wachstumsplänen im Pharmageschäft in den Fokus, die am Mittwoch bereits für kräftigen Kursauftrieb gesorgt hatten.

An den Auslandsbörsen blieb der Ton überwiegend freundlich: In New York lagen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq-100 am späten Abend im Plus, wobei Technologiewerte die Richtung vorgaben. In Asien starteten Nikkei 225 und Hang Seng am Morgen dagegen leicht schwächer in den Handel. Der Blick richtet sich auf weitere Zahlen aus der US-Berichtssaison und auf neue Hinweise zur Zinsentwicklung. Geopolitische Schlagzeilen bleiben dabei ein Unsicherheitsfaktor.

Am Devisenmarkt notierte der Euro am Morgen um 1,16 Dollar und damit nahe einem Mehrwochentief, während die Rendite der jeweils jüngsten zehnjährigen Bundesanleihe am Donnerstag bei 2,82 Prozent lag. Am Ölmarkt kam Bewegung auf: Nach zurückhaltenden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Militärschlag gegen den Iran fielen die Brent-Notierungen zeitweise um gut drei Dollar auf rund 63,35 Dollar je Barrel. Gold hielt sich nahe dem Rekordniveau und kostete am Abend rund 3.977 Euro je Feinunze. Für den deutschen Aktienmarkt ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Unterstützung aus den USA und dem Tech-Sektor trifft auf ein Umfeld, das bei Währungen und Energiepreisen weiter nervös bleibt.

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