DAX kaum verändert: KI-Rally treibt Asien und USA
Chip-Aktien beflügeln Nikkei und Nasdaq, doch der DAX bleibt trotz guter Vorgaben weitgehend auf der Stelle.

Der DAX startet kaum verändert in den Handelstag – und das trotz einer beeindruckenden Tech-Rally in New York und Asien. In ersten Berechnungen wird der deutsche Leitindex nahezu unverändert erwartet, nachdem er am Vortag bei 25.118 Punkten mit einem Plus von 0,89 Prozent geschlossen hatte. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt damit vorerst verteidigt – mehr aber auch nicht.
Das Problem: Die großen Treiber der KI-Euphorie sitzen in den USA und Asien. Deutsche Unternehmen spielen in diesem Technologiezyklus eine Nebenrolle, was den DAX im internationalen Vergleich bremst.
KI-Rally lässt Asiens Börsen aufblühen
In Tokio legte der Nikkei-225 um rund 2,0 Prozent zu. Noch deutlicher fiel der Anstieg in Südkorea aus: Der Chip-lastige Kospi-Index kletterte um 4,0 Prozent nach oben. Auslöser war die anhaltende Begeisterung für Halbleiteraktien, die von milliardenschweren Investitionsplänen des US-Speicherchipherstellers Micron befeuert wurde. „Die japanischen Aktien haben sich an der Rally der US-Technologiewerte orientiert", erklärte Marktanalyst Shuutarou Yasuda von Tokai Tokyo Intelligence Laboratory.
Im Mittelpunkt des asiatischen Handels stand der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix. Dessen Aktien stiegen in Seoul um 2,8 Prozent. Das Unternehmen sammelte bei seinem Börsendebüt in den USA rund 26,5 Milliarden Dollar ein. Auch Samsung-Papiere legten um 3,0 Prozent zu. In Japan gehörte der Technologie-Investor SoftBank zu den größten Gewinnern im Nikkei – mit einem Kurssprung von 11,3 Prozent.
Micron und Halbleiter treiben Wall Street
Auch an der Wall Street dominierten Halbleiterwerte das Geschehen. Auslöser war Micron, dessen Aktie um 4,5 Prozent zulegte. Der Konzern hatte Investitionspläne von mehr als 250 Milliarden Dollar in den USA bis 2035 angekündigt, um von der wachsenden Nachfrage nach KI-Speicherchips zu profitieren. „Dies ist immer noch ein Bullenmarkt, der stark von KI angetrieben wird", kommentierte Anlagestratege Ross Mayfield von Baird.
Der technologielastige Nasdaq 100 stieg daraufhin um 1,62 Prozent auf 29.727 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,81 Prozent auf 7.543 Zähler zu. Der Dow Jones blieb mit einem Plus von lediglich 0,27 Prozent auf 52.487 Punkten zurück – gebremst von Kursverlusten bei IBM, Microsoft und Salesforce, die jeweils bis zu zweieinhalb Prozent verloren.
Hintergrund der Software-Schwäche: Starbucks kündigte an, künftig stärker auf Künstliche Intelligenz beim Einsatz betrieblicher Software zu setzen. Das weckte Sorgen, dass KI klassische Softwareanbieter zunehmend ersetzen könnte. Starbucks-Aktien gewannen dagegen zweieinhalb Prozent.
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Zur AktienanalyseTrotz anhaltender US-Angriffe gegen den Iran – bereits in der zweiten Nacht in Folge – zeigten sich die Märkte weitgehend unbeeindruckt. Anleger setzen offenbar weiter auf eine diplomatische Lösung. „Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Washington und Teheran arbeiten laut US-Regierung trotz der militärischen Auseinandersetzungen weiter an einer Einigung.
VW und BMW im Fokus
Auf Unternehmensseite bleibt Volkswagen ein Thema. Nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung äußerte sich der Konzern weiterhin nicht konkret zu möglichen Werksschließungen oder Stellenabbau. Berichten zufolge könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen – doppelt so viele wie bisher geplant. Vier deutsche VW-Werke sollen von Schließungen bedroht sein: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Volkswagen selbst hat sich zu diesen Details bislang nicht geäußert. Sowohl VW als auch BMW legen heute ihre Absatzzahlen für das erste Halbjahr vor.


