Dax knackt Rekordstand: Ölpreise und US-Jobdaten als Treiber
Der Dax beendet eine fast sechsmonatige Durststrecke und markiert zum Auftakt des zweiten Börsenhalbjahres eine neue Bestmarke.

Der Deutsche Aktienindex hat den Start in das zweite Börsenhalbjahr mit einem historischen Meilenstein gefeiert. Nach fast sechs Monaten, in denen Anleger der Rekordrally anderer Weltindizes hinterherschauen mussten, zog der DAX am Mittwoch selbst an die Spitze. Der Juli macht damit seinem Ruf als starker Börsenmonat alle Ehre.
Der Leitindex schloss mit einem Plus von 2,16 Prozent bei 25.580,88 Punkten. Im Tageshoch erreichte er knapp 25.656 Zähler. Damit setzte sich der DAX klar von der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke ab, an der Anleger zuletzt immer wieder auf neue Impulse gewartet hatten. Der MDax der mittelgroßen Werte legte ebenfalls deutlich zu und schloss 1,52 Prozent höher bei 32.544,86 Punkten.
Zwei Katalysatoren für den Rekord
Den ersten Anstoß lieferte der fallende Ölpreis, der mit Hoffnungen auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen dem Iran und den USA begründet wurde. Den entscheidenden Schub brachte am Nachmittag ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht. Tobias Basse, Analyst bei der NordLB, kommentierte: „Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten" – gemeint ist Fed-Chef Kevin Warsh, dessen Zinsanhebungsdruck durch die schwachen Jobdaten laut Basse eindeutig gedämpft werde.
Der weniger technologielastige deutsche Aktienmarkt profitierte dabei von seiner besonderen Struktur. Während der Nasdaq 100 in New York seine Korrektur fortsetzte – belastet durch Sorgen vor einem Überangebot an KI-Rechenkapazitäten –, hielten sich die europäischen Standardwerte deutlich besser. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 markierte ebenfalls einen neuen Rekord und stieg um 1,2 Prozent.
Hintergrund der Schwäche bei Chip- und KI-Werten sind kolportierte Überlegungen des Social-Media-Konzerns Meta, überschüssige Rechenleistung an externe Kunden zu verkaufen. Infineon büßte als größter DAX-Verlierer rund zwei Prozent ein. Auch Hochtief-Aktien, die bis Anfang Mai als Profiteur des Rechenzentren-Booms gefeiert worden waren, verloren knapp zwei Prozent.
Rheinmetall, Bayer und Vonovia glänzen
Auf der Gewinnerseite stach Rheinmetall besonders hervor. Die Rüstungsaktie legte um 6,1 Prozent zu und kletterte damit wieder über die Marke von 1.100 Euro – nachdem sie in der Vorwoche infolge eines verlorenen Großauftrags bis auf 900 Euro abgerutscht war. Auch andere Rüstungswerte wie Renk, TKMS und Hensoldt gehörten zu den stärksten Titeln im MDax.
Dax-Spitzenreiter war jedoch Bayer. Die Aktie des Agrarchemiekonzerns schoss um fast 9 Prozent nach oben und überwand erstmals seit fast drei Jahren wieder die Marke von 50 Euro – und das deutlich. Auslöser waren gleich zwei positive Nachrichten: Bayer bündelt sein US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft namens Ruveon. Zusätzlich sprach die Deutsche Bank eine Kaufempfehlung für die Aktie aus.
Vonovia profitierte mit einem Kurssprung von sechs Prozent von den Reformbeschlüssen der Bundesregierung. Das Paket enthält den Willen, eine Verstaatlichung privater Mietwohnungsbestände zu verbieten – ein klares Signal für den Immobiliensektor.
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Zur AktienanalyseDeutsche Bank und CTS Eventim mit starken Aufschlägen
Die Aktie der Deutschen Bank gewann 5,3 Prozent. Morgan Stanley hat das Frankfurter Geldhaus – gemeinsam mit Barclays – mit Blick auf die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal zum Favoriten unter Europas Investmentbanken erkoren.
CTS Eventim mischte sich im MDax mit einem Plus von 8 Prozent ebenfalls unter die Tagesgewinner. Die Investmentbank Oddo BHF hob ihre Empfehlung für den Eventvermarkter auf „Outperform" an und verwies dabei auf eine niedrige Bewertung sowie eine verbesserte Gewinndynamik.

