DAX pausiert nach Rekordlauf – Gewinnmitnahmen bei 25.250 Punkten
Der DAX gönnt sich nach der jüngsten Rekordjagd eine Verschnaufpause. Am Donnerstagmorgen notiert das deutsche Börsenbarometer 0,1 Prozent tiefer bei 25.250 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Leitindex 0,5 Prozent auf 25.286 Zähler nachgegeben. Der erst kürzlich erreichte Rekordstand von 25.507 Punkten bleibt jedoch in greifbarer Nähe.
"Der DAX ist vielen Anlegern in zu kurzer Zeit zu schnell gestiegen, und die Berichtssaison in den USA fällt bislang eher enttäuschend aus", erklärt Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die aktuelle Zurückhaltung der Investoren.
US-Banken enttäuschen – Goldman und Morgan Stanley im Fokus
Besonders die Quartalszahlen der US-Großbanken bleiben hinter den Erwartungen vieler Börsenprofis zurück. Am Mittwoch gerieten Bankaktien deutlich unter Druck, nachdem mehrere Institute ihre Geschäftsergebnisse präsentiert hatten. Heute legen Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Zahlen für das vierte Quartal vor – die Märkte warten gespannt auf neue Impulse.
Iran-Entspannung lässt Ölpreis fallen
Leichte Entspannungssignale aus dem Iran sorgen für eine gewisse Erleichterung an den Märkten. US-Präsident Donald Trump nimmt aktuell eine abwartende Haltung ein, nachdem er zuvor noch mit "sehr starken Maßnahmen" gedroht hatte, sollte der Iran Demonstranten hinrichten. Die Sorge vor einem US-Militärschlag nach dem brutalen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Massenproteste bleibt bei Börsenprofis dennoch präsent.
Die veränderte Tonlage aus Washington ließ die Ölpreise deutlich nachgeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um rund drei Prozent auf 64 Dollar. Auch der Goldpreis entfernte sich von seinem jüngsten Höchststand.
Deutsche Wirtschaft wächst minimal – Konsumausgaben als Stütze
Auf die frischen Konjunkturdaten aus Deutschland reagieren Anleger bislang verhalten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2025 um 0,2 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Flaute ist dies ein kleiner Lichtblick.
"Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen", erklärte Behördenpräsidentin Ruth Brand. Ökonomen rechnen allerdings erst ab 2027 mit einem deutlichen Konjunkturaufschwung.
Ebenfalls veröffentlicht wurden heute die Großhandelspreise: Diese stiegen im vergangenen Jahr um ein Prozent, nach einem Rückgang 2024. Besonders Lebensmittel verteuerten sich auf Großhandelsebene. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze legten um mehr als 26 Prozent zu.
Für Börsianer sind Großhandelspreise ein wichtiger Frühindikator für die künftige Inflationsentwicklung, da Preissteigerungen oder -senkungen meist verzögert beim Endkunden ankommen.
Erster Börsengang 2026: Asta Energy Solutions
Der Kupferspezialist Asta Energy Solutions plant im ersten Quartal den Gang an die Frankfurter Börse – es wäre der erste Börsengang in diesem Jahr. Das österreichische Unternehmen will rund 125 Millionen Euro erlösen, das gesamte Transaktionsvolumen soll bis zu 190 Millionen Euro betragen.
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Zur AktienanalyseAsta stellt Kupferbauteile für die Energiewirtschaft her, etwa für Transformatoren, Generatoren und Rechenzentren. Als Ankerinvestoren sind Siemens Energy sowie Fonds von BNP Paribas Asset Management, Invesco und WCM mit an Bord.
TSMC übertrifft Erwartungen dank KI-Boom
Der taiwanische Chip-Hersteller TSMC hat im vierten Quartal mit einem deutlichen Gewinnwachstum die Erwartungen übertroffen. Der Konzern profitiert weiter von der starken Nachfrage nach Computer-Chips für Rechenzentren und dem Ausbau leistungsstarker KI-Anwendungen.
Der Nettogewinn stieg um 35 Prozent auf rund 506 Milliarden Taiwan-Dollar, wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mitteilte. Damit übertraf TSMC die Analystenprognosen deutlich. Für das laufende erste Quartal peilt das Management einen Umsatz zwischen 34,6 und 35,8 Milliarden Dollar an. Die Investitionen sollen sich 2026 auf 52 bis 56 Milliarden Dollar belaufen.


