DAX schließt Halbjahr mit Plus: 24.995 Punkte dank Tech-Rally

Zum Abschluss des ersten Börsenhalbjahres 2024 zeigten sich die Märkte von ihrer freundlichen Seite – angetrieben von starken Signalen aus dem US-Technologiesektor. An der Wall Street setzten Schnäppchenjäger bei Tech-Werten erneut an, was den Nasdaq 100 weiter nach oben trieb und auch dem DAX Rückenwind verschaffte.
Der deutsche Leitindex schloss den Handelstag mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 24.995 Punkten – eine deutliche Erholung nach dem kleinen Minus von 0,2 Prozent vom Vortag. "Die Erholung an den Börsen bleibt intakt", kommentierte Marktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. Er verwies zudem auf die Börsenstatistik: Der Juli zähle historisch zu den stärkeren Börsenmonaten – ein weiteres Argument für zuversichtliche Anleger.
Halbjahresbilanz: DAX hinkt Asien hinterher
Ein Blick auf die vergangenen sechs Monate zeigt ein gemischtes Bild. Während der DAX nur moderat zulegte, überzeugten asiatische Indizes mit beeindruckenden Renditen: Der südkoreanische Kospi verbuchte ein Plus von rund 65 Prozent, der japanische Nikkei 225 legte etwa 37 Prozent zu – das betonen Marktstrategen der Deutschen Bank. Beide Indizes sind stark technologielastig und profitieren von der weltweiten Nachfrage nach Chips und KI-Technologie. Der DAX hingegen ist traditionell stärker in Industrie, Maschinenbau, Pharma und der Automobilbranche verwurzelt – Sektoren, die von der Tech-Euphorie weniger direkt profitieren.
Inflation sinkt – EZB behält Zinserhöhungen im Blick
Der wichtigste Konjunkturtermin des Tages waren die deutschen Inflationsdaten: Im Juni stiegen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – nach 2,6 Prozent im Mai. Die Teuerung verliert also weiter an Tempo, bleibt aber über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Die Europäische Zentralbank hatte am 11. Juni erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben, der nun bei 2,25 Prozent liegt. EZB-Direktorin Isabel Schnabel machte in einem Interview mit der Zeit deutlich: "Um die Inflation mittelfristig wieder auf unseren Zielwert von zwei Prozent zurückzubringen, werden wir aus heutiger Sicht die Zinsen weiter anheben müssen."
Siemens Energy glänzt, Telekom schwächelt
Stärkster Wert im DAX war Siemens Energy mit einem Plus von mehr als fünf Prozent. Der Energietechnikkonzern, der zunehmend als KI-Profiteur wahrgenommen wird, hatte sich am Montagabend gegenüber Analysten positiv zum Geschäftsverlauf geäußert. Analyst Nikolas Demeter von der Privatbank Metzler erwartet, dass Gas- und Dampfturbinen sowie das Geschäft mit Stromübertragung und Energiespeicherung im dritten Quartal positiv überraschen könnten.
Am anderen Ende der Kurstafel fiel die Deutsche-Telekom-Aktie auf einen neuen Tiefststand seit 2024. UBS-Experte Polo Tang nannte zwei Belastungsfaktoren: die Sorge vor wachsender Satelliten-Konkurrenz im US-Markt sowie Skepsis der Anleger gegenüber einem möglichen Zusammenschluss mit T-Mobile US. Dabei laufe das operative Geschäft eigentlich robust, so Tang.
Adidas leidet unter frühem DFB-Aus
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Zur AktienanalyseAuch Adidas spürte die Folgen des frühen WM-Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft. Die Aktie des Sportartikelherstellers gab zunächst um mehr als zwei Prozent nach, konnte sich im Tagesverlauf aber etwas erholen. Erst am Montag hatte das Papier noch den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Da es sich um die letzte WM handelt, bei der Adidas die DFB-Trikots ausstattet, dürften die Trikotverkäufe nun spürbar einbrechen. Ein kleiner Trost: Noch acht der 14 von Adidas ausgestatteten WM-Teams sind im Turnier vertreten.
Geopolitik bleibt ein Risikofaktor
Ungeachtet der positiven Stimmung an den Märkten bleibt die geopolitische Lage ein Unsicherheitsfaktor. Im Iran-Konflikt gibt es trotz einer Reise von US-Vertretern nach Katar vorerst keine neuen direkten Gespräche zwischen den Kriegsparteien. Anleger sollten dieses Risiko im Blick behalten, auch wenn es den heutigen HandelsTag nicht dominierte.


