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DAX startet freundlich – Anleger trotzen neuen Trump-Zolldrohungen

Nach dem langen Wochenende zeigt sich der DAX erholt. Trumps Zollankündigungen gegen EU-Fahrzeuge sorgen für Spannung, aber kaum Panik.

DAX startet freundlich – Anleger trotzen neuen Trump-Zolldrohungen

Der DAX dürfte zum Wochenstart freundlich in den Handel gehen. Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Auftakt rund 0,2 Prozent höher auf 24.334 Punkte. Am vergangenen Donnerstag hatte der DAX bereits 1,4 Prozent auf 24.292 Punkte zugelegt – auf Wochensicht stand damit ein Plus von rund 0,6 Prozent zu Buche.

Rückenwind könnte in dieser Woche die laufende Bilanzsaison liefern. Mehr als ein Dutzend DAX-Konzerne öffnen ihre Bücher, darunter namhafte Schwergewichte wie Infineon, BMW und Rheinmetall. Anleger dürfen sich also auf eine ereignisreiche Berichtswoche einstellen.

Trump erhöht Druck mit neuen Zolldrohungen

Die Nachrichtenlage bleibt dennoch angespannt. US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag über seine Plattform Truth Social an, die Zölle auf Fahrzeugimporte aus der EU ab dieser Woche von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Ökonomen warnen, dass höhere Zölle die ohnehin schwächelnde deutsche Konjunktur zusätzlich belasten könnten.

Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump die Ankündigung tatsächlich umsetzen. Marktanalyst Jens Klatt von XTB mahnt jedoch zur Gelassenheit: „Trump-Drohungen waren in der Vergangenheit teilweise Verhandlungsmasse oder wurden angepasst." Die Ankündigung sei noch keine finale Umsetzung – ein Hinweis, den Anleger offenbar ernst nehmen.

Straße von Hormuz im Fokus – Ölpreis über 100 Euro

Neben dem Zollstreit beschäftigt die Märkte weiterhin die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA scheinen festgefahren zu sein, und die Sperrung der Straße von Hormuz hält den Ölpreis auf hohem Niveau. Sowohl Brent als auch WTI kosten derzeit mehr als 100 Euro pro Fass.

Das Ölkartell OPEC+ hatte zwar für Juni eine leichte Anhebung der Förderquoten beschlossen – angesichts der blockierten Meerenge dürfte dieser Schritt den Preis jedoch kaum nennenswert drücken. Vor dem Konflikt transportierten Tanker durch die Straße von Hormuz etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Mengen an Öl und Flüssiggas.

US-Präsident Trump kündigte an, dass amerikanische Streitkräfte ab sofort dort festsitzende neutrale Schiffe eskortieren werden. Ziel sei die Wiederherstellung der Freiheit der Handelsschifffahrt. Die Hoffnung auf eine Entspannung in der Region gab den asiatischen Märkten zum Wochenstart leichten Auftrieb.

Asiatische Börsen mit gemischtem Bild

Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans legte um 0,6 Prozent zu. Die japanische Börse blieb feiertagsbedingt geschlossen, ebenso die chinesischen Handelsplätze in Shanghai und Shenzhen. Klarer Gewinner war der südkoreanische Markt: Nach einem Feiertag kehrte er mit einem Kurssprung von 2,6 Prozent in den Handel zurück – gestützt von starken Konjunkturdaten.

An der Wall Street zeigte sich zum Wochenschluss ein uneinheitliches Bild. Der Dow Jones verlor am Freitag 0,3 Prozent und schloss bei 49.499 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 legte dagegen 0,3 Prozent auf 7.230 Zähler zu, während der technologielastige Nasdaq um 0,9 Prozent auf 25.114 Punkte anzog.

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