DAX startet mit leichtem Plus – Anleger warten auf Impulse
Fehlende Kursfantasie, saisonale Schwäche und geopolitische Risiken bremsen den deutschen Leitindex zum Wochenstart.

Der DAX startet verhalten in die neue Handelswoche. Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start am Montag rund 0,3 Prozent höher auf 24.747 Punkte. Am Freitag war der DAX mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 24.671 Punkten aus dem Handel gegangen – der Wochenverlust entsprach damit nahezu exakt dem Tagesminus.
Für den Monat Juni steht beim DAX ein Rückgang von 1,7 Prozent zu Buche. In der ersten Jahreshälfte hält sich der deutsche Leitindex dennoch knapp im Plus: Seit Jahresbeginn beträgt das Kursplus bislang 0,7 Prozent.
Fehlende Kursfantasie belastet die Stimmung
Die Experten der DZ Bank bringen die aktuelle Lage auf den Punkt: „Momentan fehle es anscheinend an Kurssteigerungsfantasie", heißt es im aktuellen Wochenausblick des Instituts. Hinzu komme die typische saisonale Sommerschwäche. Auch von den überhitzten US-Börsen „sind kurzfristig keine Impulse zu erwarten", so die Einschätzung der Analysten.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, teilt diese vorsichtige Haltung. „Jede negative Nachricht wird derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen genutzt, und das ist ein Zeichen, dass der Aktienmarkt vor einer Konsolidierung stehen könnte", kommentierte er die jüngste Kursschwäche. Für Privatanleger bedeutet das: Das Marktumfeld bleibt anfällig für Rücksetzer.
Naher Osten und Zollstreit im Fokus
Zwei bekannte Belastungsfaktoren dominieren auch in dieser Woche das Geschehen: die Lage im Nahen Osten und der Handelsstreit mit den USA. Die erneute Eskalation im Nahen Osten wirft Fragen nach dem Bestand der vereinbarten Waffenruhe auf. Trotz gegenseitiger Angriffe gehen die USA von weiteren Gesprächen mit dem Iran in den kommenden Tagen aus. Der Ölpreis hält sich bislang ungefähr auf dem Niveau von vor Beginn des Iran-Konflikts – ein Zeichen, dass die Märkte noch nicht in Panik verfallen sind.
Beim Thema Handelspolitik sorgte US-Präsident Trump erneut für Unruhe: Er drohte europäischen Ländern mit Zöllen in Höhe von 100 Prozent, sollten diese Digitalsteuern einführen. Eine solche Abgabe würde vor allem große US-Internetkonzerne wie Google und Meta treffen – und damit auch Unternehmen, die für viele Anleger zum Kerninvestment gehören.
Asiatische Börsen mit durchwachsenen Vorgaben
Die Signale aus Asien fielen zum Wochenstart gemischt aus. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie Bewertungssorgen im Technologiesektor belasteten die dortigen Märkte. In Tokio verlor der Nikkei-225-Index 0,7 Prozent auf 68.869 Punkte, während der breiter gefasste Topix nahezu unverändert bei 3.960 Zählern schloss.
In China gab die Börse Shanghai 0,2 Prozent auf 4.017 Stellen nach. Der Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen fiel ebenfalls um 0,2 Prozent auf 4.856 Punkte. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte ein Handelsstreit zwischen Peking und Tokio: Das chinesische Handelsministerium setzte 20 japanische Einrichtungen – darunter Töchter von Mitsubishi und Fujitsu – auf eine Exportkontrollliste und warf Japan eine „Remilitarisierung" vor.
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Zur AktienanalyseWall Street zurückhaltend – Alphabet neu im Dow Jones
An der Wall Street hatten sich Anleger am Freitag angesichts geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Bewertungssorgen im Technologiesektor bedeckt gehalten. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert bei 51.876 Punkten. Der S&P 500 notierte ebenfalls kaum verändert bei 7.354 Zählern, der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 25.297 Stellen nach.
Eine strukturelle Neuerung gibt es beim Dow Jones zu vermelden: Seit heute ist die Google-Mutter Alphabet im US-Standardwerteindex gelistet. Die Aktie rückt für das Papier des Telekommunikationsunternehmens Verizon nach. Beim Dow Jones entscheidet nicht allein die Marktkapitalisierung über die Aufnahme – das Auswahlkomitee bewertet auch qualitative Faktoren wie die Repräsentation des US-Markts, nachhaltiges Wachstum und ein hohes Anlegerinteresse.


