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DAX tritt auf der Stelle – ifo-Index enttäuscht zum Jahresstart

26. Januar 2026 3 Min

Der DAX ist mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Zur Eröffnung notierte der deutsche Leitindex knapp unter der 24.900-Punkte-Marke bei 24.890 Zählern. Das vor zwei Wochen erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten bleibt damit in weiter Ferne. Am Freitag hatte der Index mit einem moderaten Plus von 0,2 Prozent bei 24.900 Punkten geschlossen.

Geopolitische Unsicherheiten bremsen weiterhin die Kauflaune der Investoren. "Zwar beruhigte sich die Lage zuletzt, da der US-Präsident beim Wirtschaftsforum in Davos von seinen Androhungen bezüglich Grönlands sowie den Strafzöllen wieder abrückte. Nach einhelliger Meinung kann jedoch keine Entwarnung gegeben werden", schreiben die Experten der Helaba.

ifo-Geschäftsklima enttäuscht Erwartungen

Von der Konjunkturseite kommt keine Unterstützung für den DAX. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresbeginn nicht verbessert. Das ifo-Geschäftsklima verharrte im Januar bei 87,6 Punkten, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet.

"Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr", kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis. Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Hauck Aufhäuser Lampe, ergänzte: "Gemessen an den immensen Schuldenplänen der Politik ist das eine Enttäuschung."

Berichtssaison rückt in den Fokus

Die Hoffnungen der Anleger richten sich nun auf die laufende Berichtssaison. Starke Quartalszahlen könnten frische Impulse für den Markt liefern. In Deutschland stehen am Donnerstag die Jahreszahlen des Softwarekonzerns SAP und der Deutschen Bank sowie ihrer Fondstochter DWS auf der Agenda.

Bereits heute legte der Pipeline- und Anlagenbauer Friedrich Vorwerk seine Quartalszahlen vor. Der SDAX-Konzern konnte Umsatz und Gewinn 2025 deutlich stärker steigern als erwartet. Die Erlöse verbesserten sich um mehr als 200 Millionen Euro auf 704,3 Millionen Euro.

US-Tech-Giganten im Rampenlicht

Besonders gespannt blicken Investoren auf die anstehenden Zahlen der großen US-Technologiekonzerne. Apple, Microsoft, Tesla und Meta werden in dieser Woche ihre Ergebnisse präsentieren. "Zusammen bringen sie über 16 Prozent des S&P 500 auf die Waage, alle vier legen ihre Zahlen innerhalb von nur zwei Tagen vor", erklärt Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro. "Entsprechend groß ist ihr Einfluss auf den Gesamtmarkt."

Vor dem Hintergrund der anhaltenden KI-Euphorie werden Anleger die Geschäftszahlen besonders kritisch analysieren. Auch europäische Schwergewichte wie der Halbleiterausrüster ASML und der Luxusgüterkonzern LVMH stehen in dieser Woche mit ihren Bilanzen im Fokus.

Fed-Zinsentscheidung als Wochenhöhepunkt

Der wohl bedeutsamste Termin der Woche dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch sein. Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed ihre Geldpolitik weiter lockern wird. Sie erhoffen sich aber neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden.

"In der kommenden Woche dürften die Diskussionen um weitere Zinssenkungen wieder Fahrt aufnehmen", prognostiziert Commerzbank-Ökonom Michael Pfister. Die Investoren beobachten zudem mit Sorge den politischen Druck, den US-Präsident Donald Trump auf Fed-Chef Jerome Powell ausübt. Trump fordert weitere Zinssenkungen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft.

Gold erreicht neues Rekordhoch

Derweil setzt sich die Goldrally ungebremst fort. Das Edelmetall erreichte einen neuen Höchstwert von 5.111 Dollar je Feinunze. "Gold gilt als Krisenwährung. Dabei schätzen Investoren besonders die Sicherheit während einer Krise, egal, ob die Unsicherheit von geopolitischen oder wirtschaftlichen Ereignissen ausgeht, oder von Inflation", heißt es in einer Stellungnahme der VP Bank.

Auch die Käufe von Zentralbanken weltweit treiben den Preis an. Viele Notenbanken haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt, um ihre nationalen Reserven unabhängiger vom US-Dollar zu machen.

"Der Sprung über die psychologische 5.000-Dollar-Marke markiert einen historischen Meilenstein im globalen Edelmetallsektor und spiegelt die tiefgreifenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten wider", kommentiert Timo Emden von Emden Research. Die Hausse nähre die Hausse: "Steigende Kurse ziehen offensichtlich weiteres Kapital an und verstärken die Aufwärtsbewegung zusätzlich", so der Marktbeobachter.

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