ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

DAX trotzt US-Tech-Schwäche – Infineon glänzt mit KI-Chip-Ausblick

4. Februar 2026 3 Min

Der DAX hat am Mittwoch einen verhaltenen, aber stabilen Start hingelegt. Mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 24.864 Punkte zeigte sich der deutsche Leitindex widerstandsfähiger als befürchtet – trotz deutlicher Verluste bei US-Technologieaktien am Vortag. Am Dienstag hatte der DAX noch minimal um 0,07 Prozent auf 24.781 Punkte nachgegeben.

"Kurzfristig wird KI für den DAX vom Segen zum Fluch", kommentiert Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank, die aktuelle Marktlage. Nach einem Fehlausbruch bei überdurchschnittlichen Handelsumsätzen richten Anleger nun einen bangen Blick auf die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Zwar hätten sich mehrere fundamentale Rahmenbedingungen verbessert, doch kämen ausgerechnet die Zugpferde im Index – allen voran SAP – nicht richtig in Fahrt.

US-Börsen unter Druck durch KI-Ängste

An der Wall Street hatten Technologiewerte am Dienstag deutliche Verluste verzeichnet. Der Dow Jones gab 0,3 Prozent auf 49.241 Punkte nach, während der technologielastige Nasdaq 1,4 Prozent auf 23.255 Zähler verlor. Der S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 6.918 Punkte ein.

Auslöser der Verkaufswelle war die Einführung eines neuen KI-Moduls für den Chatbot Claude des Unternehmens Anthropic. Das Tool ermöglicht den Einsatz des Sprachmodells für juristische Aufgaben und schürte Ängste vor disruptiven Veränderungen in der Softwarebranche. Die US-notierten Aktien von Thomson Reuters, zu dem die juristische Datenbank Westlaw gehört, stürzten daraufhin um 15,6 Prozent ab.

Besonders hart traf es etablierte Softwarekonzerne: Microsoft, Oracle, Salesforce, ServiceNow und Adobe verloren zwischen 2,8 und 7,3 Prozent. "Softwareunternehmen galten eigentlich als Gewinner des KI-Booms", erklärte Lars Skovgaard, Stratege bei der Danske Bank. "Aber plötzlich kommt die Sorge auf, ob sich die Investitionen überhaupt wieder einspielen – und ob man nicht von neuen Entwicklungen überholt wird."

Infineon erobert DAX-Spitze mit starken Zahlen

Gegen den Trend setzten sich Infineon-Aktien an die Spitze des DAX. Der Chiphersteller überzeugte mit seinen Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick. Treiber ist die steigende Nachfrage nach Chips für KI-Rechenzentren, die Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal kräftig wachsen ließ.

Infineon erwartet, mit leistungsstarken KI-Chips im laufenden und nächsten Geschäftsjahr deutlich mehr Umsatz zu erzielen als bisher prognostiziert. Um diese Nachfrage zu bedienen, erhöht das Unternehmen seine Investitionen über das ursprünglich geplante Niveau hinaus. Die Börse honorierte die positive Bilanz mit deutlichen Kursgewinnen.

Henkel expandiert mit Milliarden-Übernahme

Ebenfalls im Plus notierte Henkel. Der Konsumgüterkonzern will sein Geschäft mit Beschichtungen ausbauen und übernimmt dafür das Luxemburger Unternehmen Stahl Parent für 2,1 Milliarden Euro. Anleger bewerteten die strategische Akquisition positiv – die Henkel-Aktie legte deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt.

Gemischte Signale aus der internationalen Berichtssaison

Auf dem internationalen Parkett zeigten sich extreme Gegensätze bei den Unternehmensergebnissen. Die Schweizer Großbank UBS meldete einen gestiegenen Gewinn und niedrigere Kosten für das vergangene Jahr. Die Aktionäre dürfen sich über eine Dividendenerhöhung von 22 Prozent freuen. Zudem kündigte der Konzern Aktienrückkäufe von mindestens drei Milliarden Dollar an, wobei nach Möglichkeit noch mehr investiert werden soll. Die UBS-Aktie reagierte am Morgen positiv.

Einen Schock erlebten dagegen Anleger des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk. Der Hersteller der Abnehmspritze Wegovy überraschte nach Handelsschluss am Dienstag mit einem unerwartet düsteren Ausblick für 2026. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang von fünf bis 13 Prozent – nach einem währungsbereinigten Umsatzplus von zehn Prozent im Vorjahr. Analysten hatten lediglich ein Minus von rund zwei Prozent erwartet. Die in den USA notierten Aktien brachen um fast 15 Prozent ein.

Alphabet-Zahlen im Fokus

Am Abend richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit sich die massiven KI-Investitionen bereits auszahlen. Der Konzern gilt als großer Gewinner des Booms um Künstliche Intelligenz – entsprechend hoch sind die Erwartungen der Anleger.

Analysten warnen: Sollte Alphabet die Erwartungen verfehlen, dürften deutliche Kursverluste folgen. Ähnlich war es bereits dem Software-Riesen Microsoft in der vergangenen Woche ergangen, dessen Aktie nach enttäuschenden Zahlen unter Druck geriet.

Edelmetalle erholen sich

Die Preise für Gold und Silber haben sich von ihren Verlusten der vergangenen Tage etwas erholt. Gold notiert wieder deutlich über der Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. In den vergangenen Tagen war das Edelmetall nach einer langen Rally erheblich unter Druck geraten und hatte deutlich an Wert verloren.

Für deutsche Anleger bleibt die Gemengelage herausfordernd: Während fundamentale Daten sich verbessern, sorgen Unsicherheiten rund um die Bewertung von KI-Investitionen für Zurückhaltung. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob der DAX die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke nachhaltig überwinden kann.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

Disclaimer