DAX über 24.000 Punkte: Starke Bilanzen treiben Börsen an
Positive Quartalszahlen sorgen für Aufwind an den Märkten – geopolitische Spannungen im Nahen Osten bremsen die Gewinne jedoch ein.

Starke Unternehmensbilanzen haben die europäischen Börsen am Dienstag ins Plus gehoben. Der DAX kletterte gegen Mittag um rund ein Prozent auf 24.249 Punkte und notierte damit klar über der psychologisch wichtigen 24.000-Punkte-Marke. Der EuroStoxx50 legte ebenfalls etwa ein Prozent zu und stand bei 5.840 Punkten. „Solange die Unternehmen Geld verdienen, sorgt das für gute Stimmung", kommentierte Fiona Cincotta, Chefanalystin beim Broker City Index, die Lage.
Zu den größten Gewinnern zählten Aktien, die von positiv aufgenommenen Geschäftszahlen profitierten. Anheuser-Busch InBev, Hugo Boss, Rheinmetall und UniCredit legten zwischen 3,5 und 6,5 Prozent zu. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt UniCredit durch das laufende Übernahmeangebot für die Commerzbank – die Commerzbank-Aktie hielt ihr Plus von gut drei Prozent. Auf der Verliererseite standen hingegen Fresenius Medical Care und Fraport, die nach ihren Quartalszahlen fünf beziehungsweise ein Prozent verloren.
Blick nach Amerika: KI-Ausgaben als Wachstumstreiber
Anleger richten ihren Blick bereits auf die USA, wo am Nachmittag und nach Börsenschluss die Zahlen von Pfizer und AMD erwartet werden. Die Futures der wichtigsten US-Indizes legten vor den Berichten leicht zu. Jeff Buchbinder, Chefstratege bei LPL Financial, zeigte sich zuversichtlich: „Da keine Anzeichen für eine Verlangsamung in Sicht sind, werden die Ausgaben für Künstliche Intelligenz wahrscheinlich weiterhin die Hauptlast des Gewinnwachstums im S&P 500 tragen, angeführt vom Technologie-Sektor."
Geopolitik belastet: Waffenruhe in der Straße von Hormus unter Druck
Trotz der positiven Stimmung an den Märkten bleibt die Geopolitik ein belastender Faktor. Die Waffenruhe im Nahen Osten gerät nach neuen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus zunehmend unter Druck. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben sechs kleine iranische Boote sowie Marschflugkörper und Drohnen. US-Präsident Donald Trump hatte die Marine im Rahmen der Mission „Project Freedom" entsandt, um blockierte Tanker durch die Meerenge zu eskortieren. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf den USA vor, die seit vier Wochen geltende Waffenruhe zu verletzen und die Sicherheit der Schifffahrt sowie des Energietransits zu gefährden.
Die Spannungen hatten am Montag die Ölpreise um rund drei bis fünf Prozent nach oben getrieben. Am Dienstag gaben die Preise wieder um 1,5 bis 2,5 Prozent nach. Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, erklärte die Entspannung: „Dass das von Maersk betriebene Schiff erfolgreich unter Eskorte auslaufen konnte, hat die unmittelbaren Sorgen vor Lieferkettenstörungen gedämpft." Allerdings betonte er, dass es sich dabei um ein einmaliges Ereignis handle und keine vollständige Wiederöffnung der Route bedeute.
Für deutsche Unternehmen mit Aktivitäten im Nahen Osten sind die Folgen des Konflikts bereits spürbar. Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), verwies auf eine aktuelle Umfrage: „Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung hat sich zerschlagen." Besonders hart trifft es Firmen, die in der Golfregion aktiv sind – dort sei die Bewertung der aktuellen Geschäftslage regelrecht eingebrochen.
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Zur AktienanalyseBitcoin legt trotz Unsicherheit zu
Ungeachtet der geopolitischen Risiken griffen Anleger erneut beim Bitcoin zu. Die umsatzstärkste Kryptowährung verteuerte sich um bis zu 1,7 Prozent auf 81.272 Dollar. Im vergangenen Monat hat sie damit rund 20 Prozent zugelegt. Timo Emden vom Analysehaus Emden Research sieht strukturelle Gründe hinter der Bewegung: „Die aktuelle Bewegung wird vor allem durch ein gestiegenes institutionelles Interesse, Zuflüsse in Bitcoin-ETFs sowie marktmechanische Effekte getragen, nicht primär durch kurzfristige Spekulation."


