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DAX unter Druck: Edelmetall-Crash belastet deutschen Leitindex

2. Februar 2026 3 Min

Der DAX ist mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der deutsche Leitindex gab zum Wochenauftakt um 0,4 Prozent auf 24.441 Punkte nach. Belastend wirkten vor allem die dramatischen Kursverluste bei Edelmetallen, die auch auf den Aktienmarkt ausstrahlten.

Dramatischer Absturz bei Gold und Silber

Die Edelmetallmärkte erleben derzeit einen historischen Einbruch. Gold verlor am Montag weitere sieben Prozent an Wert und setzt damit die Talfahrt vom Freitag fort. Der Goldpreis liegt inzwischen fast 1.100 Dollar oder knapp ein Fünftel unter dem erst am Donnerstag erreichten Rekordhoch von 5.595 Dollar. Trotz der massiven Verluste notiert Gold aber immer noch höher als Ende 2025 – nachdem der Preis im vergangenen Jahr um beeindruckende 65 Prozent gestiegen war.

Noch dramatischer zeigt sich die Lage bei Silber: Der Silberpreis liegt rund 40 Prozent unter seinem Rekordhoch von 121,65 Dollar. "Zuletzt waren zu viele Anleger in Edelmetalle investiert und wurden von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen", erklärt Jochen Stanzl, Chefanalyst bei der Consorsbank. "Nun müssen sie andere Depotpositionen verkaufen, um die Verluste bei den Metallen zu decken."

Diese Zwangsverkäufe setzen nun auch den Aktienmarkt unter Druck. Paradoxerweise spricht die geopolitische Weltlage eigentlich für die traditionell sicheren Häfen Gold und Silber. US-Drohungen gegenüber dem Iran sorgen auch an den Ölmärkten für weitere Turbulenzen.

Ereignisreiche Woche mit wichtigen Konjunkturdaten

Anleger richten ihren Blick in dieser Woche verstärkt auf wichtige Konjunkturindikatoren. Im Fokus stehen vor allem die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie in Deutschland, der Euro-Zone und den USA. Diese Frühindikatoren geben wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Weitere Höhepunkte der Woche sind der US-Arbeitsmarktbericht sowie die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Parallel läuft die Berichtssaison der Unternehmen weiter, die zusätzliche Impulse für die Märkte liefern dürfte.

US-Märkte unter Druck: Warsh-Nominierung belastet

Bereits am Freitag hatte die Wall Street mit Verlusten geschlossen und damit die negative Stimmung für den Wochenstart vorgegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 48.886 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor stärker und gab 0,9 Prozent auf 23.462 Zähler nach.

Auslöser für die Schwäche waren zwei Faktoren: Zum einen die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen US-Notenbankchef durch Präsident Donald Trump. Der 55-jährige ehemalige Fed-Gouverneur soll Jerome Powell nachfolgen, dessen Amtszeit im Mai endet. Investoren werten die Personalie als Signal für eine vergleichsweise straffe Geldpolitik. Warsh gilt zwar als Befürworter niedrigerer Zinsen, dürfte aber vor einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik zurückschrecken. Zudem hat er sich dafür ausgesprochen, die Rolle der Zentralbank in der Wirtschaft zu reduzieren.

Zum anderen belasteten unerwartet hohe Inflationsdaten die Stimmung an der Wall Street und nährten Sorgen vor einer länger anhaltend restriktiven Geldpolitik.

Asien mit gemischten Signalen

Die asiatischen Aktienmärkte starteten mit deutlichen Verlusten in die ereignisreiche Woche. Eine Ausnahme bildete zunächst Japan, wo positive Konjunkturdaten und politische Hoffnungen stützend wirkten. Umfragen deuten auf einen klaren Sieg der Liberaldemokratischen Partei von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi bei den Wahlen in der kommenden Woche hin. Dies könnte den Weg für weitere Konjunkturprogramme ebnen. Zudem wuchs die japanische Industrieproduktion so stark wie seit etwa dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Halbleiterwerte europaweit unter Druck

In dem insgesamt schwachen Börsenumfeld gerieten die konjunktursensiblen Halbleiterwerte am Montag europaweit unter Druck. Kurz nach Handelsstart verlor Infineon im DAX rund zwei Prozent. Die niederländischen Branchenvertreter ASML und BE Semiconductor verzeichneten Abschläge von gut drei Prozent. Trotz dieser Verluste liegen beide Titel im laufenden Jahr 2026 aber immer noch deutlich im Plus – ASML mit rund 28 Prozent, BE Semiconductor mit knapp 20 Prozent.

Defensive Werte gefragt

Im Gegensatz zu den zyklischen Titeln waren defensive Werte gefragt. Darunter versteht man Aktien von Unternehmen, die als weniger abhängig von Konjunkturschwankungen gelten. Dazu zählen Telekommunikationskonzerne wie die Deutsche Telekom, Versicherer sowie Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Diese Branchen profitieren in unsicheren Marktphasen von ihrer Stabilität und verlässlichen Geschäftsmodellen.

Ausblick

Die kommenden Tage dürften von hoher Volatilität geprägt sein. Neben den wichtigen Konjunkturdaten und der EZB-Entscheidung werden Anleger genau beobachten, ob sich die Edelmetallmärkte stabilisieren können oder die Abwärtsspirale weitergeht. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten könnte dabei auch weiterhin Rückwirkungen auf die Aktienmärkte haben.

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