DAX unter Druck: Trump-Rede in Davos im Fokus der Anleger
Der deutsche Leitindex verliert am Donnerstagmorgen 0,3 Prozent auf 24.623 Punkte. Investoren warten gespannt auf die Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Der DAX kann seine jüngste Schwächephase nicht überwinden. Am Donnerstagmorgen gibt der deutsche Leitindex weitere 0,3 Prozent auf 24.623 Zähler nach. Damit bleibt er jedoch deutlich über dem Wochentief und hält sich noch über der psychologisch wichtigen Marke von 24.500 Punkten.
Der MDAX zeigt sich mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent bei 30.829 Punkten etwas robuster. Der EuroStoxx 50 tendiert nahezu unverändert, nachdem er von seinem Rekordhoch der Vorwoche bereits deutlich korrigiert hatte.
Trump-Zölle belasten europäische Märkte
Die Verunsicherung an den Märkten geht auf neue Zolldrohungen von US-Präsident Trump zurück. Am Wochenende kündigte er Strafzölle gegen acht europäische Länder im Zusammenhang mit dem Grönland-Streit an. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Von seinem Rekordhoch bei 25.507 Punkten rutschte der DAX zwischenzeitlich um rund 1.000 Punkte ab.
Damit sind die Jahresgewinne von gut vier Prozent nahezu wieder aufgezehrt. Anleger warten nun gespannt auf Trumps Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos, der möglicherweise weitere Hinweise auf seine Handelspolitik liefern könnte.
UBS-Experte: Anleihemärkte zeigen moderate Reaktion
Henry Morrison-Jones, Anlagestratege bei der UBS, relativiert die bisherige Marktreaktion. Er verweist darauf, dass Anleihemärkte typischerweise zwischen dem vierten und sechsten Tag nach solchen Ankündigungen ihren Höhepunkt erreichen. "Bislang war die Reaktion recht moderat", so der Experte.
Ein stärkerer Zinsanstieg könnte Trump jedoch von seiner aggressiven Rhetorik abbringen. Die Renditen für US-Staatsanleihen stehen bereits unter Druck, was auch auf geopolitische Spannungen um Grönland und Japan zurückzuführen sein könnte.
Automobilsektor besonders verwundbar
Besonders gefährdet sieht Morrison-Jones die Branchen Automobil, Chemie und Bau. Der europäische Auto-Index sackte am Montag zeitweise auf ein Oktobertief ab. Aktuell zeigen sich BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz mit kaum veränderten Notierungen.
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Zur AktienanalyseQiagen mit Kurssprung auf Übernahmespekulationen
Gegen den Trend legen die Aktien von Qiagen um sechs Prozent zu. Bereits am Vortag waren die Papiere des Diagnostikspezialisten kurz vor Handelsschluss zweistellig nach oben gesprungen. Marktbeobachter spekulieren erneut über eine mögliche Übernahme des Unternehmens.
Die kommenden Handelstage dürften entscheidend sein: Sollte Trump in Davos seine protektionistische Haltung bekräftigen, könnte der DAX weiteren Druck bekommen. Anleger hoffen jedoch auf versöhnlichere Töne aus den USA.


