DAX verliert 1,4% – Trumps Zolldrohungen schicken Märkte auf Talfahrt
Der deutsche Aktienmarkt steht erneut unter massivem Druck. Nach den asiatischen Börsen setzt sich auch hierzulande die Abwärtsbewegung fort. Der DAX verlor im frühen Handel rund 1,4 Prozent auf 24.603 Punkte und hat damit sein Jahresplus nahezu vollständig abgegeben. Auslöser ist die erneute Eskalation im transatlantischen Handelskonflikt.
Zollkonflikt belastet Stimmung massiv
Die Ankündigung neuer US-Strafzölle durch Präsident Trump versetzt die Märkte in Aufruhr. "Da hat man gedacht, wenigstens dieses eine große Thema wäre mehr oder weniger erledigt, da geht es schon wieder los - der Zollkrieg", kommentiert Thu Lan Nguyen von der Commerzbank die Situation. Die Expertin warnt vor Streit, Zöllen, Gegenzöllen und erheblicher Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Anleger flüchten in sichere Häfen: Der Schweizer Franken und Gold verzeichnen deutliche Zuflüsse. Parallel gewinnt der sogenannte "Sell America"-Handel an Dynamik, bei dem Investoren US-Aktien, den Dollar und amerikanische Staatsanleihen abstoßen. Die Renditen von US-Anleihen steigen angesichts der drohenden Zölle und ihrer wirtschaftlichen Folgen.
Wall Street wird DAX nicht stützen
Da die Wall Street am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieb, dürften Anleger Trumps Zolldrohungen erst heute vollständig einpreisen. Unterstützung aus den USA ist nicht zu erwarten: Die Futures signalisieren deutliche Kursverluste zum Handelsstart. Zusätzliche Unsicherheit bringt eine mögliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über die Rechtmäßigkeit von Trumps Strafzöllen. Gerichte in unteren Instanzen hatten bereits geurteilt, dass der Präsident mit den Zöllen seine Kompetenzen überschritten habe.
Davos im Zeichen geopolitischer Spannungen
Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, das heute offiziell beginnt, stehen die geopolitischen Spannungen im Mittelpunkt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werden heute sprechen. Die rund 3.000 Teilnehmer warten gespannt darauf, wie sich die europäischen Spitzenpolitiker zu Trumps Annexionsgelüsten bezüglich Grönlands äußern werden. Der US-Präsident selbst wird morgen in Davos erwartet.
Deutsche Exportzahlen zeigen Schwäche
Mitten im aufgeflammten Zollstreit veröffentlichte das Statistische Bundesamt neue Exportdaten, die die Abhängigkeit vom US-Markt verdeutlichen. Von Januar bis November 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten – ein Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie: Ausfuhren von Autos und Autoteilen brachen bis November um 17,5 Prozent ein.
Einen Lichtblick bieten die Auftragsbestände der deutschen Industrie. Das Auftragspolster wuchs im November den vierten Monat in Folge. Preis-, saison- und kalenderbereinigt legte der Auftragsbestand um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Im Jahresvergleich wird ein Plus von 5,9 Prozent gemeldet.
Mercedes hält an US-Expansion fest
Trotz schwachem US-Geschäft hält Mercedes-Benz an seinen Ausbauplänen in den Vereinigten Staaten fest. "Etwas später als 2027" solle das SUV-Modell GLC im US-Werk Tuscaloosa vom Band rollen, sagte Konzernchef Ola Källenius dem Handelsblatt. Ursprünglich war der Produktionsstart für 2026 im Werk im US-Bundesstaat Alabama geplant.
OpenAI verdreifacht Umsatz
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Zur AktienanalyseDer ChatGPT-Anbieter OpenAI hat seinen Umsatz 2025 dank massiv ausgebauter Rechenkapazitäten mehr als verdreifacht. Der annualisierte Erlös überschritt die Marke von 20 Milliarden Dollar, teilte Finanzchefin Sarah Friar in einem Blog mit. 2024 hatte der Umsatz noch bei sechs Milliarden Dollar gelegen. Die Zahl der wöchentlich und täglich aktiven Nutzer bewege sich auf Höchstständen – viele haben jedoch kein Bezahlabo.
Für 2026 kündigte Friar einen Fokus auf die "praktische Anwendung" von Künstlicher Intelligenz an, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Wissenschaft. Erst vor wenigen Tagen hatte OpenAI angekündigt, testweise Werbung in den Chats einzubauen.
DocMorris wächst, enttäuscht aber bei Profitabilität
Die Schweizer Online-Apotheke DocMorris ist 2025 kräftig gewachsen und erreichte die eigenen Umsatzziele. Der Umsatz legte im abgelaufenen Jahr um 11,1 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Franken zu. Angetrieben wurde das Geschäft besonders durch das E-Rezept in Deutschland.
Allerdings könnte der bereinigte operative Verlust höher ausfallen als bisher prognostiziert – was Analysten enttäuscht. An der Börse stürzten die Papiere mehr als sieben Prozent ab.


