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DAX verteidigt Rekordhochs – China-Daten stützen Börsenstimmung

14. Januar 2026 3 Min

Der DAX zeigt sich auch nach sieben Handelstagen mit Rekordständen weiter robust. Der deutsche Leitindex startete am Mittwoch nahezu unverändert und hält sich knapp unter dem Rekordhoch vom Vortag bei etwas über 25.500 Punkten. Der MDAX der mittelgroßen Werte verzeichnete hingegen leichte Verluste zum Handelsstart.

Chinesische Handelsdaten stützen europäische Märkte

Positive Impulse kommen aus China: Die Volksrepublik meldete für Dezember überraschend starke Handelszahlen. Sowohl Exporte als auch Importe übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Im Gesamtjahr 2025 legte der chinesische Außenhandel um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie aus Daten des chinesischen Zolls hervorgeht.

"Auch für die leidende deutsche Wirtschaft sind Chinas neue Zahlen eine gute Nachricht", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Er verwies dabei insbesondere auf die gestiegenen chinesischen Importe deutscher Waren, die der exportorientierten deutschen Industrie Rückenwind geben könnten.

Historische Gewinnserie wirft Fragen auf

Die Anleger setzen weiterhin auf eine wirtschaftliche Erholung im neuen Jahr und bleiben bei Aktien investiert. Allerdings mehren sich die Warnsignale: Experte Altmann bezeichnete den Markt aus technischer Sicht als "massiv übergekauft". Der HDAX, der die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien umfasst, hatte am Vortag den 14. Handelstag in Folge zugelegt – die längste Gewinnserie in der bis 1988 zurückreichenden Historie des Index.

US-Börsen nach Rekorden unter Druck

Leichten Gegenwind erhält der DAX von der Wall Street. Nach einer Serie von Rekordständen gingen den großen US-Indizes am Dienstag die Kraft aus. Der Dow Jones Industrial verlor 0,8 Prozent auf 49.192 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,2 Prozent auf 6.964 Zähler nach, nachdem er am Freitag und Montag noch neue Höchststände markiert hatte. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel ebenfalls um 0,2 Prozent auf 25.742 Punkte.

Banken-Berichtssaison belastet Finanzsektor

Im Fokus der Anleger stehen die Geschäftsberichte der großen US-Banken. Am Mittwoch legen Bank of America, Wells Fargo und Citigroup ihre Zahlen vor. Den Auftakt machte am Dienstag JPMorgan Chase mit enttäuschenden Ergebnissen. Die Übernahme von Apple-Kreditkarten von Goldman Sachs bescherte der größten US-Bank im Schlussquartal 2025 einen Gewinnrückgang. Zwar fielen die Prognosen von Bankchef Jamie Dimon für das laufende Jahr höher aus als erwartet, dennoch verlor die JPMorgan-Aktie letztlich gut vier Prozent.

Trumps Zinsdeckel-Vorschlag verunsichert Kreditkartenbranche

Besonders unter Druck gerieten Kreditkartenanbieter. US-Präsident Trump hatte vergangene Woche vorgeschlagen, die Obergrenze für Kreditkartenzinsen ein Jahr lang auf zehn Prozent zu begrenzen. Aus der Finanzbranche kommt scharfe Kritik an diesem Vorstoß. Die Aktien von Visa und Mastercard verloren jeweils rund vier Prozent. "Die Finanzbranche wird von Trumps Kreditkartenvorschlag hart getroffen", sagte Tim Ghriskey, Stratege bei Ingalls & Snyder in New York.

Nikkei erreicht neues Allzeithoch

Während die westlichen Börsen konsolidieren, feiert Japan neue Rekorde. Der Leitindex Nikkei stieg erneut auf ein Allzeithoch und schloss 1,5 Prozent höher bei 54.487 Punkten. Als Kurstreiber gilt die Hoffnung auf baldige Neuwahlen.

Premierministerin Sanae Takaichi, die seit Oktober 2025 im Amt ist, könnte laut der Nachrichtenagentur Kyodo ihre derzeit hohe Popularität nutzen, um ihre Machtposition zu festigen. Takaichi steht für eine aggressive Fiskalpolitik und befürwortet eine expansive Geldpolitik – beides Faktoren, die bei Anlegern auf positive Resonanz stoßen.

Ausblick: Zwischen Euphorie und Überhitzung

Die Märkte befinden sich in einer Phase zwischen anhaltender Kauflaune und wachsenden Überhitzungssorgen. Während positive Wirtschaftsdaten aus China und die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung die Stimmung stützen, warnen Experten vor einer technischen Überkauftheit. Für deutsche Anleger bleibt abzuwarten, ob der DAX seine Rekordjagd fortsetzen kann oder eine Konsolidierung bevorsteht. Die laufende US-Banken-Berichtssaison und weitere Äußerungen aus Washington zur Zinspolitik dürften die Richtung in den kommenden Tagen mitbestimmen.

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