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DB Cargo: Teilprivatisierung als Lösung?

Druck der EU und interne Herausforderungen zwingen Deutsche Bahn zum Handeln

DB Cargo: Teilprivatisierung als Lösung?

Die Deutsche Bahn erwägt eine mögliche Teilprivatisierung ihrer Güterbahnsparte DB Cargo, die schon lange mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Laut Berichten aus Konzernkreisen, die dem Handelsblatt vorliegen, betrachtet das Unternehmen eine Teilabgabe der Sparte als eine mögliche Lösung für ihre finanziellen Schwierigkeiten. DB Cargo generiert einen erheblichen Anteil am Umsatz des DB-Schienenverkehrs, aber gleichzeitig verzeichnet sie hohe Verluste. Der Chefjustiziar der Deutschen Bahn, Alexander Gommlich, soll die Zukunft von DB Cargo vor einem Aufsichtsrats-Ausschuss als "offen" bezeichnet haben.

Eine Teilprivatisierung von DB Cargo könnte notwendig werden, um den Druck seitens der EU-Kommission zu mindern. Diese hat ein Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet und wirft ihr vor, die staatliche Güterbahn über Jahre hinweg mit Subventionen begünstigt zu haben. Die Bundesregierung und die Deutsche Bahn stehen unter Zeitdruck, da das Verfahren voraussichtlich bis zum Herbst abgeschlossen sein soll. Eine mögliche Teilprivatisierung von DB Cargo könnte eine der Bedingungen sein, um das Verfahren beizulegen.

Die Optionen für eine Teilprivatisierung reichen von einem Verkauf von Minderheitsanteilen bis hin zu einer vollständigen Rückzahlung der erhaltenen Subventionen. Große Logistikunternehmen, insbesondere Container-Reedereien, könnten an einer Übernahme von DB Cargo interessiert sein. Allerdings halten einige Branchenbeobachter es für unwahrscheinlich, dass konkurrierende Schienengüterverkehrsunternehmen Gebote abgeben, da sich das Schienentransportgeschäft in Deutschland als unrentabel erwiesen hat.

Die Güterbahn-Chefin Sigrid Nikutta arbeitet gleichzeitig daran, DB Cargo zurück in die Gewinnzone zu führen, um die Vorwürfe der EU-Kommission bezüglich der Subventionsabhängigkeit zu entkräften. Ihr Ziel ist es, bis Ende 2025 wirtschaftlich erfolgreich zu sein, und dazu hat sie bereits Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Neuausrichtung des Geschäfts vorgeschlagen.

Trotz dieser Bemühungen stehen rund 1800 Arbeitsplätze auf dem Spiel, da eine mögliche Restrukturierung von DB Cargo zu Stellenabbau führen könnte. Die Arbeitnehmervertreter zeigen sich besorgt über die Auswirkungen einer möglichen Teilprivatisierung auf die Arbeitsbedingungen und die Flexibilität der Mitarbeiter. Derzeit sind die Fronten zwischen der Unternehmensführung und den Arbeitnehmervertretern verhärtet, und es ist unklar, wie sich die Situation entwickeln wird.

Deutsche Bahn

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