De Beers: Anglo American wählt bevorzugten Käufer aus
Anglo American hat das Global Diamond Consortium als bevorzugten Bieter für De Beers identifiziert. Botswana prüft seine Optionen.

Anglo American hat im Verkaufsprozess für seinen Anteil am Diamantenproduzenten De Beers einen entscheidenden Schritt vollzogen. Das Unternehmen hat das sogenannte Global Diamond Consortium als bevorzugten Bieter identifiziert. Dies bestätigte Botswanas Minister für den Staatspräsidenten, Verteidigung und Sicherheit, Moeti Mohwasa, am Freitag vor Abgeordneten.
Anglo American hatte De Beers – eines der weltweit führenden Diamantenunternehmen – im Mai 2024 zum Verkauf gestellt. Hintergrund war eine umfassende Umstrukturierung des Konzerns, ausgelöst durch fallende Diamantenpreise und die wachsende Beliebtheit synthetischer Diamanten. De Beers ist mit Aktivitäten und Explorationen in Botswana, Namibia, Angola, Südafrika und Kanada global aufgestellt.
Wettbewerbsverfahren mit drei Finalisten
Anglo American führte ein wettbewerbsorientiertes Bietverfahren durch, aus dem zunächst drei Konsortien in die engere Auswahl kamen. Insidern zufolge waren es im Jahr 2025 noch sechs Interessenten. Zu den verbliebenen Gruppen gehören neben Regierungen der Diamantenförderländer auch der ehemalige De-Beers-CEO Gareth Penny – heute Vorsitzender des Vermögensverwalters Ninety One –, ein katarischer Investmentfonds sowie der israelische Geschäftsmann Nir Livnat.
Minister Mohwasa hob hervor, dass der Vorschlag des Global Diamond Consortiums, Angola und Namibia in die Transaktion einzubeziehen, ausdrücklich begrüßenswert sei. Die Namen der konkreten Konsortiumspartner nannte er jedoch nicht. Er betonte die Dringlichkeit, einen erfahrenen Betreiber zu sichern, der von einer stabilen, langfristigen Eigentümerstruktur und einem glaubwürdigen, gut finanzierten Sanierungsplan unterstützt wird.
Botswana prüft alle Optionen – inklusive Vorkaufsrecht
Botswana hält bereits eine Beteiligung von 15 Prozent an De Beers und verfügt über ein Vorkaufsrecht. Laut Mohwasa hat das Land „völlige Freiheit", entweder an der Seite des bevorzugten Bieters als Partner vorzugehen, sein Vorkaufsrecht allein auszuüben oder es gemeinsam mit einem Dritten zu nutzen. Botswana arbeite derzeit mit seinen Finanzberatern zusammen, um die optimale Transaktionsstruktur zu bewerten.
Neben Botswana hatten auch die Regierungen von Namibia und Angola sowie private Käufer Interesse an De Beers signalisiert. Die Einbindung der afrikanischen Förderländer gilt als politisch und wirtschaftlich bedeutsam, da De Beers in diesen Staaten einen erheblichen Teil seiner Produktion erzielt.
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Zur AktienanalyseAbschluss bis Ende 2026 erwartet
Anglo American selbst hält sich mit Details bedeckt. Ein Unternehmenssprecher erklärte lediglich, man treibe den Verkaufsprozess voran und werde zu gegebener Zeit über Neuigkeiten informieren. Der Abschluss der Transaktion wird laut Mohwasa voraussichtlich bis zum letzten Quartal 2026 erwartet – vorbehaltlich mehrerer Bedingungen, darunter die Genehmigung durch die botswanische Regierung.
Für Anleger bleibt der De-Beers-Verkauf ein wichtiger Indikator für die strategische Neuausrichtung von Anglo American. Der Konzern steht unter Druck, sein Portfolio zu verschlanken und auf die strukturellen Herausforderungen im globalen Diamantenmarkt zu reagieren – einem Markt, der durch das Aufkommen von Labordiamanten fundamental im Wandel begriffen ist.


