DEEPX und Hyundai entwickeln KI-Chips für generative Robotik
Das südkoreanische KI-Chip-Startup DEEPX kooperiert mit Hyundai und sammelt über 408 Millionen Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein.

Das südkoreanische KI-Chip-Startup DEEPX treibt seine Expansion mit Nachdruck voran. Das Unternehmen führt Gespräche mit der Regierung und Investoren, um im Rahmen einer laufenden Finanzierungsrunde mehr als 600 Milliarden Won – umgerechnet rund 408 Millionen Dollar – einzusammeln. Dies geschieht im Vorfeld eines potenziellen Börsengangs in Südkorea, wie DEEPX-CEO Lokwon Kim erklärte.
DEEPX wurde von Kim gegründet, einem ehemaligen Ingenieur des US-Technologieriesen Apple. Das Unternehmen entwickelt sogenannte neuronale Prozessoreinheiten (NPUs), die es Robotern, Fabriken und selbstfahrenden Fahrzeugen ermöglichen, KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät zu verarbeiten – ganz ohne externe Konnektivität. Die Chipproduktion startete Ende letzten Jahres.
Partnerschaft mit Hyundai und Samsung-Fertigung
DEEPX hat bereits KI-Chips entwickelt, die in den vierrädrigen Lieferrobotern von Hyundai zum Einsatz kommen. Die neue Robotik-Plattform des südkoreanischen Automobilkonzerns wird künftig die DX-M2-Chips der zweiten Generation von DEEPX nutzen. Diese sollen im Laufe des nächsten Jahres in die Serienfertigung gehen – hergestellt mit der fortschrittlichsten 2-Nanometer-Fertigungstechnologie von Samsung Electronics.
Hyundai hatte im Januar seinen humanoiden Roboter Atlas vorgestellt und plant bis 2028 den Bau einer Fabrik, die jährlich 30.000 Robotereinheiten produzieren kann. Hyun Dong-jin, Leiter des Robotics LAB von Hyundai, erklärte, die Zusammenarbeit mit DEEPX sei Teil der Bemühungen, ein Ökosystem von Partnern für On-Device-Computing in Südkorea und im Ausland aufzubauen.
Ein zentrales Verkaufsargument der DEEPX-Chips ist ihre Energieeffizienz. CEO Kim zufolge sind die Chips der aktuellen Generation 20-mal energieeffizienter und deutlich günstiger als der Jetson Orin von Nvidia – einem der führenden Anbieter von KI-Chips weltweit. Kim betonte zudem, dass die stromsparenden Chips dazu beitragen könnten, eine Überhitzung energieintensiver humanoider Roboter zu verhindern.
Generative KI für lernende Roboter
Besonders ambitioniert klingen die Pläne für die nächste Chip-Generation. „Unsere Chips der nächsten Generation sind für generative KI optimiert, die es Robotern – ähnlich wie ChatGPT – ermöglichen wird, aus ihren Erfahrungen zu lernen", sagte Kim in einem Interview. Damit positioniert sich DEEPX an der Schnittstelle zweier der dynamischsten Technologietrends: Robotik und generative künstliche Intelligenz.
Zu den bestehenden Kunden von DEEPX zählt bereits das chinesische Technologieunternehmen Baidu. Für das laufende Jahr strebt DEEPX einen Umsatz von 40 Millionen Dollar an – ein Ziel, das den wachsenden kommerziellen Erfolg des Unternehmens unterstreicht.
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Zur AktienanalyseBörsengang in Korea geplant, USA-Listing möglich
DEEPX-Finanzvorstand Young Cho erklärte, dass die Priorität des Unternehmens eine Notierung am koreanischen Aktienmarkt sei. Eine Zweitnotierung in den USA über sogenannte American Depositary Receipts (ADRs) könnte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen werden. Angaben zur aktuellen Gesamtbewertung des Unternehmens in der laufenden Finanzierungsrunde machten die Führungskräfte nicht.
DEEPX gehört zu einer Reihe südkoreanischer Start-ups, die von den Ambitionen Seouls profitieren, nationale Champions im Bereich der künstlichen Intelligenz zu fördern und das Land zu einem führenden KI-Standort zu machen. Mit der Kombination aus leistungsstarken NPUs, prominenten Partnern wie Hyundai und Samsung sowie einer klaren Wachstumsstrategie hat sich DEEPX als einer der spannendsten KI-Chip-Kandidaten Asiens etabliert.


