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Delivery Hero: Hohe Kartellstrafe bedroht – Operative und rechtliche Herausforderungen im Fokus

Strafzahlungen und Marktprobleme belasten, während neue operative Risiken aufkommen.

Delivery Hero: Hohe Kartellstrafe bedroht – Operative und rechtliche Herausforderungen im Fokus

Der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero sieht sich mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert, nachdem die EU-Kommission eine mögliche Kartellbuße angekündigt hat, die weit über den bisherigen Erwartungen liegt. Ursprünglich hatte das Unternehmen 186 Millionen Euro für mögliche Strafzahlungen zurückgelegt, nun wird jedoch erwartet, dass diese Summe auf über 400 Millionen Euro steigen könnte. Diese Entscheidung führte zu einem deutlichen Kurseinbruch der Delivery-Hero-Aktie, die innerhalb kurzer Zeit um 17 Prozent sank und auch nach einer leichten Erholung am Mittag noch immer fünf Prozent im Minus notierte.

Der Verdacht der Kartellbildung konzentriert sich auf die Marktsegmente, die Delivery Hero mit dem spanischen Konkurrenten Glovo möglicherweise unzulässig aufgeteilt hat. Die EU-Wettbewerbsbehörde untersucht auch den Austausch sensibler wirtschaftlicher Daten sowie mutmaßliche Absprachen, Mitarbeiter nicht abzuwerben. Es gab bereits zwei unangekündigte Durchsuchungen der Büros in Berlin und Barcelona im Rahmen dieser Ermittlungen.

Darüber hinaus droht Glovo, das seit 2022 zu Delivery Hero gehört, in Spanien eine separate Strafe wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht. Diese könnte bis zu 300 Millionen Euro betragen, da das Unternehmen einige seiner Lieferfahrer möglicherweise nicht korrekt als Angestellte geführt hat.

Neben den rechtlichen Schwierigkeiten muss Delivery Hero auch operative Herausforderungen bewältigen. Der Rücktritt des Finanzchefs Emmanuel Thomassin hat das Unternehmen gezwungen, eine interimistische Lösung mit Marie-Anne Popp zu finden. Zugleich plant der chinesische Wettbewerber Meituan, mit seiner App Keeta in Saudi-Arabien Fuß zu fassen, was zusätzlichen Druck auf Delivery Hero ausüben könnte, insbesondere da Meituan bisher hauptsächlich auf den chinesischen Markt fokussiert war.

Für Analysten wie Clément Genelot von Bryan, Garnier & Co. ist die aktuelle Situation um Delivery Hero besorgniserregend. Die Kombination aus rechtlichen Problemen und operativen Unstimmigkeiten schürt bei Investoren Misstrauen und wirft Fragen über die Zukunft des Unternehmens auf.

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