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Delivery Hero prüfte Teilverkauf von Woowa

Gespräche mit Uber zeigen wachsenden Druck durch Investoren

Delivery Hero prüfte Teilverkauf von Woowa

Die Berliner Bestell- und Lieferplattform Delivery Hero steht angesichts eines deutlich gesunkenen Aktienkurses und wachsender Unzufriedenheit bei Investoren unter Druck. Nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens wurden in den vergangenen Monaten verschiedene strategische Optionen geprüft, um den Konzern finanziell zu stabilisieren und den Wert für Aktionäre zu erhöhen. Im Mittelpunkt dieser Überlegungen stand demnach auch ein möglicher Teilverkauf von Beteiligungen an ausgewählten Ländergesellschaften.

Auslöser der Debatte ist die Entwicklung an der Börse. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie rund ein Drittel ihres Werts. Mehrere Großinvestoren äußerten laut Medienberichten ihre Frustration darüber, dass aus ihrer Sicht Fortschritte bei der Sanierung verlustreicher Geschäftsbereiche und bei der nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität ausblieben. Vor diesem Hintergrund wandten sich Vorstandschef Niklas Östberg und die Aufsichtsratsvorsitzende Kristin Skogen Lund in einem Schreiben an die Aktionäre. Darin räumten sie ein, dass die Kursentwicklung enttäuschend verlaufen sei, und kündigten an, strategische Partnerschaften sowie mögliche Kapitalmarkttransaktionen zu prüfen.

Zwar hat Delivery Hero in den vergangenen Jahren einzelne kleinere Märkte verlassen und unprofitable Einheiten geschlossen. Diese Schritte betrafen jedoch vor allem Länder mit vergleichsweise geringem Umsatzvolumen und hatten nur begrenzte finanzielle Auswirkungen. Größere Transaktionen kamen dagegen nicht zustande. So scheiterte der geplante Verkauf von Aktivitäten in mehreren asiatischen Ländern ebenso wie der Verkauf der Tochter Foodpanda Taiwan an Uber Eats. Erfolgreich war bislang lediglich der Teilbörsengang der Nahost-Tochter Talabat, der dem Konzern im vergangenen Jahr einen Milliardenbetrag einbrachte.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll Östberg darüber hinaus Gespräche mit Uber geführt haben. Dabei ging es um einen möglichen Verkauf von fünf bis zehn Prozent der Anteile an der südkoreanischen Tochter Woowa Brothers, die mit der App Baedal Minjok den dortigen Markt anführt. Uber soll das Angebot jedoch abgelehnt haben. Weder Delivery Hero noch Uber äußerten sich offiziell zu diesen Gesprächen.

Ein Teilverkauf von Woowa hätte für Delivery Hero ein erhebliches Gewicht. Die südkoreanische Tochter trägt rund ein Fünftel zum Konzernumsatz bei und zählt zu den wenigen profitablen Einheiten. Angesichts anstehender Kreditrückzahlungen, einer hohen Kartellstrafe der EU-Kommission und des geplanten Rückzugs des Großaktionärs Prosus bleibt der finanzielle Spielraum des Unternehmens begrenzt. Entsprechend hoch ist der Erwartungsdruck auf das Management, kurzfristig tragfähige Lösungen zu präsentieren.

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