Depot meldet erneut Insolvenz an – 1.500 Jobs betroffen
Der Deko-Händler Depot mit rund 155 Filialen in Deutschland stellt erneut einen Insolvenzantrag und sucht den Neustart per Eigenverwaltung.

Der Wohnaccessoires-Händler Depot steckt erneut in der Krise. Das Unternehmen mit deutschlandweit rund 155 Filialen hat zum wiederholten Mal Insolvenz angemeldet. Entsprechende Berichte der „Lebensmittelzeitung" wurden gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigt.
Wie schon beim ersten Insolvenzverfahren setzt Depot auf das Instrument der Eigenverwaltung. Das bedeutet: Das bestehende Management bleibt trotz des Insolvenzantrags im Amt und führt das Unternehmen weiter – unterstützt von externen Restrukturierungsexperten. Ein vom zuständigen Insolvenzgericht eingesetzter Sachwalter überwacht den gesamten Prozess und wacht über die Interessen der Gläubiger.
Konkret übernehmen Alexander Höpfner und Sven Tischendorf von der Kanzlei ACT Legal die operativen Sanierungsaufgaben. Thomas Rittmeister, Partner der Kanzlei Reimer, fungiert dem Vernehmen nach als vorläufiger Sachwalter.
Vom Filialnetz auf 155 Standorte geschrumpft
Die aktuelle Situation verdeutlicht den dramatischen Niedergang der Handelskette. Vor wenigen Jahren betrieb Depot in Deutschland noch rund 400 Geschäfte. Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Nachwirkungen setzten dem Unternehmen massiv zu. Bereits im Juli 2024 hatte Depot wegen drohender Zahlungsunfähigkeit erstmals Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
In der Folge wurden zahlreiche Standorte geschlossen, der Geschäftsbetrieb jedoch unter der GDC Deutschland GmbH mit Sitz im unterfränkischen Großostheim fortgeführt. Auch damals begleitete die Kanzlei Tischendorf die Restrukturierungsbemühungen. Offenbar reichten die damaligen Einschnitte nicht weit genug.
Laut „Lebensmittelzeitung" zeichneten sich die erneuten Probleme bereits in den vergangenen Monaten ab. Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass Depot nach neuen Finanziers sucht und Ende 2025 mit Mietzahlungen in Rückstand geraten war. Darüber hinaus gelten die Personalkosten in der Unternehmenszentrale weiterhin als zu hoch.
Harter Wettbewerb durch Temu, Action und Co.
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Zur AktienanalyseDie Branche, in der Depot operiert, steht unter erheblichem Druck. Der Nonfood-Einzelhandel leidet unter der anhaltend schwachen Konsumstimmung in Deutschland. Erst kürzlich meldeten mit der Handelskette Mäc Geiz und dem Möbelhersteller Interlübke zwei weitere Unternehmen Insolvenz an – ebenfalls Opfer des Rückgangs bei den Verbraucherausgaben.
Zusätzlich verschärfen neue Wettbewerber das Marktumfeld. Online-Marktplätze wie Temu sowie Discounter wie Action gewinnen im Nonfood-Segment stetig an Bedeutung. Beide Anbieter konkurrieren direkt mit Depot im Bereich Deko und Einrichtung – oft zu deutlich günstigeren Preisen.
Welche konkreten Sanierungsmaßnahmen nun folgen, ist bislang nicht bekannt. Der laufende Geschäftsbetrieb dürfte – wie bei Eigenverwaltungsinsolvenzen üblich – zunächst normal weiterlaufen. Die rund 1.500 Mitarbeiter des Unternehmens werden voraussichtlich Insolvenzgeld erhalten.


