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DER Touristik: Erfolgreicher Aufschwung in die schwarzen Zahlen

Frühbucher und Kooperationen treiben das Wachstum, während DER Touristik den Markt im Blick behält

DER Touristik: Erfolgreicher Aufschwung in die schwarzen Zahlen

Der Reisekonzern DER Touristik, eine Tochtergesellschaft des Supermarktkonzerns Rewe, könnte erstmals seit langem wieder schwarze Zahlen schreiben, dank eines beeindruckenden Umsatzanstiegs. Laut Angaben des zweitgrößten Reisekonzerns Europas, der bekannte Marken wie Dertour, ITS und Meiers Weltreisen unter sich vereint, ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um bemerkenswerte 21 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2022 verzeichnete DER Touristik einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro, was zu einem Verlust von fünf Millionen Euro führte. Im Jahr 2021 hatte die Coronakrise das Unternehmen sogar mit einem Minus von 200 Millionen Euro konfrontiert. Als Reaktion auf diese Herausforderungen führte DER Touristik bis 2021 einen Stellenabbau durch, bei dem mehr als 2000 Mitarbeiter das Unternehmen verließen. Inzwischen ist die Mitarbeiterzahl von 8000 auf 9200 gestiegen.

Traditionell nutzt Rewe die Reisetochter, um ihre Liquidität auszugleichen. DER Touristik spült insbesondere im Frühsommer durch Pauschalreise-Anzahlungen Geld in die Kassen von Rewe, das dann für den eigenen Warenkauf verwendet wird. Die Supermärkte hingegen erzielen ihren größten Umsatzanteil im Weihnachtsgeschäft, das für Reiseunternehmen immer mit geringeren Einnahmen verbunden ist.

Während der Coronakrise geriet DER Touristik aufgrund seiner schlechten Leistung in die Kritik von Rewe-Chef Lionel Souque. Es gab sogar Gerüchte über Verkaufsabsichten. Die nun vorgelegten Zahlen dürften jedoch die Position der Reisetochter stärken.

Europachef Ingo Burmester verkündete optimistisch: "Für den Sommer 2024 haben bereits dreimal so viele Gäste gebucht wie im Vorjahr." Sogar im laufenden Wintergeschäft verzeichnet DER Touristik einen Anstieg von 53 Prozent bei Spanien-Urlauben und einen beeindruckenden Zuwachs von 90 Prozent bei Fernreisen, insbesondere nach Thailand.

Um das Geschäft anzukurbeln, bietet DER Touristik kräftige Frühbucherrabatte an, die laut Burmester bis zu 60 Prozent ausmachen können. Außerdem verzeichnet das Unternehmen deutliche Zuwächse durch die Zusammenarbeit mit dem Hotelanbieter Booking.com.

Gleichzeitig setzt DER Touristik weiterhin auf den Vertrieb über Reisebüros. Burmester berichtet: "Dort werden inzwischen wieder 61 Prozent unserer Pauschalangebote gebucht." Hier zeigt sich bei den Kunden eine höhere Zufriedenheit nach Abschluss der Reise im Vergleich zum Onlinevertrieb.

Im Buchungsgeschäft profitiert DER Touristik davon, dass die Preise im kommenden Jahr nicht mehr so stark steigen wie im letzten Sommer. Die Preise sollen laut DER Touristik um drei bis fünf Prozent steigen. Obwohl die Preise für Ziele wie Spanien, die USA oder Thailand weiterhin um 8 bis 10 Prozent steigen, wird der Preisanstieg durch günstige Angebote in Ländern wie Tunesien oder Bulgarien gedämpft. Auch das Geschäftsfeld "Glamping" – Campingurlaube im Luxusgewand – hat DER Touristik ausgebaut.

Es bleibt jedoch fraglich, ob DER Touristik durch seine Umsatzsteigerungen Marktanteile gewinnen kann, wie Burmester am Dienstag ankündigte. Denn dem beeindruckenden Wachstum von 21 Prozent steht ein noch stärkeres Wachstum des Marktführers Tui gegenüber. Die Hannoveraner verzeichneten in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres einen Anstieg von beachtlichen 36,5 Prozent.

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