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Deutsche Bahn: DB Cargo vor massivem Stellenabbau – GDL warnt

Gewerkschaft spricht von 8000 geplanten Stellen, Bahn dementiert Größenordnung und verweist auf laufende Sanierungsverhandlungen.

Deutsche Bahn: DB Cargo vor massivem Stellenabbau – GDL warnt

Die Deutsche Bahn steht vor einem drastischen Umbau ihrer Frachtsparte DB Cargo. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) warnt vor einem massiven Personalabbau von bis zu 8000 Stellen. "Es gab hier schon einen radikalen Personalabbau, und die neue Botschaft ist, noch einmal 8000 Stellen abbauen zu wollen", erklärte GDL-Chef Mario Reiß in Berlin. Die Bahn wies diese Zahl jedoch als falsch zurück.

Ein Bahnsprecher betonte, dass sich das Sanierungsgutachten für DB Cargo derzeit in der Entscheidungsphase befinde. Vorstand, Aufsichtsrat und der Bund als Eigentümer müssten zunächst beraten und beschließen. Erst danach würden Verhandlungen mit der Interessenvertretung zur konkreten Umsetzung beginnen. Die genaue Dimension des Stellenabbaus bleibt damit vorerst offen.

DB Cargo beschäftigte Ende 2024 knapp 17.000 Mitarbeiter. Für 2025 wird mit einem deutlichen Rückgang um mehrere Tausend Stellen gerechnet. Die Bahn bietet betroffenen Mitarbeitern in der Regel alternative Positionen innerhalb des Konzerns an. Details zur Personalentwicklung werden mit dem Geschäftsbericht 2025 erwartet.

Sanierung unter Zeitdruck

Der neue Cargo-Chef Bernhard Osburg arbeitet derzeit am Sanierungskonzept. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman bestätigte bereits, dass die Managementpläne in die richtige Richtung gehen. Unter Druck der EU-Kommission muss DB Cargo bis Ende 2026 profitabel werden. Die EU will übermäßige staatliche Subventionen verhindern – der Mutterkonzern darf die Verluste der Tochter nicht mehr ausgleichen.

Die wirtschaftliche Lage der Frachtsparte ist angespannt. Im ersten Halbjahr 2025 transportierte DB Cargo zehn Prozent weniger Güter als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Immerhin verbesserte sich der operative Verlust auf 96 Millionen Euro. Im deutschen Güterverkehr dominieren mittlerweile private Wettbewerber mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent.

GDL sieht keine Rettung durch Tarifzugeständnisse

GDL-Chef Reiß stellte klar, dass das Unternehmen nicht durch Zugeständnisse der Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen gerettet werden könne. Die Gewerkschaft droht bereits mit Streiks ab März, sollten die Verhandlungen nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen. Die Situation bei DB Cargo zeigt exemplarisch die Herausforderungen staatlicher Bahnunternehmen im europäischen Wettbewerb.

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