Deutsche Bahn meldet Fahrgastrekord trotz Millionenverlust und Verspätungen
Der bundeseigene Konzern zieht Bilanz für 2025 – mit überraschend starken Passagierzahlen, aber weiter angespannter Finanzlage.

Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2025 trotz massiver Baustellen, chronischer Verspätungen und einem dreistelligen Millionenverlust im ersten Halbjahr einen neuen Fahrgastrekord aufgestellt. Laut einem vorab veröffentlichten Bericht der Bild-Zeitung, die sich auf den Geschäftsbericht beruft, stieg die Zahl der Reisenden um 3,4 Prozent auf 1,93 Milliarden. Das ist ein bemerkenswertes Signal in einem für den Konzern wirtschaftlich schwierigen Jahr.
Den größten Zuwachs verzeichnete der Regionalverkehr: Rund 1,8 Milliarden Fahrgäste nutzten die Züge von DB Regio. Im Fernverkehr blieb die Nachfrage mit 136 Millionen Reisenden stabil – ein solides Ergebnis angesichts der anhaltenden Infrastrukturprobleme. Besonders der Güterverkehr bleibt dagegen ein gravierendes Sorgenkind und steckt nach wie vor tief in der Krise.
Neue Führung, neue Struktur
Bahnchefin Evelyn Palla, die im September 2025 das Ruder übernahm, hat den Konzern bereits umgebaut. Sie straffte die Verwaltung, baute Managementpositionen ab und verlagerte mehr Verantwortung in die operativen Einheiten. Mit gezielten Sofortprogrammen – unter anderem zur Verbesserung des Komforts im Fernverkehr – will sie die Kundenzufriedenheit kurzfristig steigern.
Beim zentralen Thema Pünktlichkeit bleibt die Lage jedoch ernüchternd. Nur rund 60 Prozent der Fernzüge waren 2025 pünktlich unterwegs. Palla selbst mahnte zur Geduld – strukturelle Verbesserungen im Schienennetz brauchen Zeit und erhebliche Investitionen.
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Zur AktienanalyseFinanzlage bleibt angespannt
Die wirtschaftliche Bilanz, die der Konzern heute am späten Vormittag offiziell vorstellt, dürfte die Zerrissenheit des Unternehmens deutlich machen: starke Nachfrage auf der einen, strukturelle und finanzielle Belastungen auf der anderen Seite. Für Anleger, die auf eine mögliche künftige Börsennotierung des Staatskonzerns spekulieren, bleibt die Entwicklung der Profitabilität – insbesondere im Güterverkehr – der entscheidende Gradmesser.


