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Deutsche-Bank-Chef sieht Standort Deutschland in Gefahr

Christian Sewing fordert mehr Arbeitszeit und warnt vor politischer Instabilität

Deutsche-Bank-Chef sieht Standort Deutschland in Gefahr

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, warnte angesichts der jüngsten Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen vor einer Verschlechterung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Sewing äußerte bei einem Bankengipfel des Handelsblatts, dass Deutschland im globalen Wettbewerb zunehmend kritischer gesehen werde. Zusätzlich hob er die Sorge um die politische Stabilität hervor, die in der Vergangenheit ein entscheidender Faktor für Investitionen gewesen sei. Doch durch die jüngsten Wahlergebnisse, bei denen die rechtsextreme AfD große Erfolge erzielte und das Bündnis von Sahra Wagenknecht ebenfalls zweistellige Ergebnisse erreichte, sei dieses Argument teilweise infrage gestellt.

Die politischen Ergebnisse in den beiden Bundesländern hätten Sewing schockiert. Er zeigte sich besorgt über den Zulauf für Parteien mit extremen Positionen und sprach sich deutlich gegen diese Entwicklung aus. Deutschland müsse die Wahlen als Weckruf begreifen und daran arbeiten, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Lösungen für die aktuellen Probleme nicht an den politischen Rändern zu finden seien, sondern in der Mitte der Gesellschaft. Dabei betonte Sewing, dass Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit im Fokus stehen müsse.

In seiner Rede forderte Sewing, dass Deutschland wieder mehr arbeiten müsse, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben. Er hob hervor, dass mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 28 Stunden und dem Renteneintritt mit 63 Jahren keine ausreichende Grundlage für nachhaltiges Wachstum geschaffen werde. Deutschland müsse sich an den EU-Durchschnitt von 33 bis 34 Arbeitsstunden pro Woche annähern, um in der globalen Wirtschaft mithalten zu können. Dies erfordere jedoch Reformen, um Anreize für mehr Arbeitsleistung zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Darüber hinaus sprach sich Sewing für umfangreiche Reformen aus, die von bezahlbarer Energie über den Abbau von Bürokratie bis hin zu besserer Infrastruktur reichen. Besonders wichtig sei es, die Finanzindustrie zu stärken, da Europa in der geopolitischen Lage ohne eine starke Finanzwirtschaft noch größere Schwierigkeiten bekommen werde. Er forderte auch, dass Deutschland gemeinsam daran arbeiten müsse, den Finanzplatz Frankfurt zu stärken, damit dieser international mit Zentren wie New York oder London konkurrieren könne.

Zum Thema möglicher Fusionen äußerte sich Sewing zurückhaltend. Er betonte, dass die Deutsche Bank derzeit keinen Fokus auf eine Übernahme der Commerzbank lege, obwohl die Bundesregierung ihren Anteil an der Commerzbank reduzieren wolle.

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