Deutsche Börse vertieft Kryptokooperation
Partnerschaft mit Kraken erweitert Zugang zu digitalen Vermögenswerten

Die Deutsche Börse hat eine weitreichende Kooperation mit der US-Kryptoplattform Kraken vereinbart. Beide Unternehmen wollen ihre jeweiligen Produkte und Plattformen füreinander öffnen, um institutionellen und professionellen Kunden einen breiteren Zugang zu digitalen Vermögenswerten zu ermöglichen. Ziel der Partnerschaft ist es, traditionelle Finanzmärkte enger mit dem Ökosystem digitaler Vermögenswerte zu verknüpfen und damit neue Marktsegmente zu erschließen. Die Deutsche Börse erwartet, dass ihre bestehenden Angebote künftig verstärkt von der Kraken-Kundschaft genutzt werden, während Börsen-Kunden Zugang zur umfangreichen Produktpalette des US-Unternehmens erhalten.
Nach Angaben des Börsenbetreibers soll die Kooperation die gesamte Wertschöpfungskette der digitalen Vermögensverwaltung abdecken. Für die Deutsche Börse stellt die Zusammenarbeit den bislang umfassendsten Schritt in diesem Geschäftsfeld dar. Der Konzern war später als andere Wettbewerber in den Kryptomarkt eingestiegen und hatte sich zunächst zurückhaltend gezeigt. In den vergangenen Jahren hat er jedoch seine Aktivitäten deutlich ausgebaut, unter anderem durch die Übernahme des Schweizer Unternehmens Crypto Finance und den jüngsten Start eines Stablecoin-Angebots über die eigene Infrastruktur.
Im Rahmen der neuen Partnerschaft soll Kraken zunächst Zugang zum Devisenhandel der Deutsche-Börse-Tochter 360T erhalten. Dies soll es Kunden ermöglichen, beim Verkauf oder Kauf digitaler Vermögenswerte liquide in Währungen wie Dollar, Euro oder weniger verbreiteten Devisen zu werden. Darüber hinaus planen beide Unternehmen gemeinsame White-Label-Lösungen, die Banken und Fintechs in den USA und Europa für ihren eigenen Handel und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte nutzen könnten.
Bei Zustimmung der Aufsichtsbehörden soll Kraken künftig perspektivisch auch Derivate der Börsentochter Eurex anbieten dürfen. Zudem möchten beide Unternehmen das Geschäft mit tokenisierten Aktien über die Plattform 360X weiterentwickeln. Dabei handelt es sich um digitale Abbildungen bestehender Aktien, die auf Blockchain-Technologie basieren. Ob sämtliche Projekte wie vorgesehen umgesetzt werden können, bleibt jedoch offen.
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Zur AktienanalyseDie Initiative für die Kooperation ging maßgeblich von Carlo Kölzer aus, der das digitale Geschäft der Deutschen Börse verantwortet und seit dem Sommer in New York tätig ist. Der Börsenbetreiber hatte bereits 2023 das Ziel formuliert, eine führende Rolle bei der Digitalisierung von Vermögenswerten einzunehmen. Welche Bedeutung der Kryptobereich künftig im Gesamtkonzern einnimmt, dürfte sich bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie am 10. Dezember zeigen. Parallel richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte weiterhin auf die geplante Übernahme der Fondsplattform Allfunds, deren Zustandekommen noch ungeklärt ist.

