Deutsche Firmen bremsen US-Investitionen deutlich aus
Historischer Tiefstand im Februar und März nach Trumps Amtsantritt registriert

Deutsche Unternehmen zeigen sich derzeit bei Investitionen in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich zurückhaltend. Im Februar und März dieses Jahres flossen lediglich etwas mehr als 265 Millionen Euro an Investitionen in die US-Wirtschaft. Dies geht aus vorläufigen Zahlen der Bundesbank hervor, die vom Institut der deutschen Wirtschaft ausgewertet wurden. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Investitionen der Jahre 2010 bis 2024 stellt dieser Betrag einen historischen Tiefstand dar. In diesem Zeitraum beliefen sich die Investitionen deutscher Unternehmen im gleichen Zweimonatszeitraum im Schnitt auf rund 4,6 Milliarden Euro.
Auch im Jahr 2024 hatten deutsche Unternehmen in den Monaten Februar und März noch erheblich mehr Kapital in den USA investiert. Damals wurden knapp 8,7 Milliarden Euro registriert, was die aktuelle Entwicklung noch deutlicher als außergewöhnlich erscheinen lässt. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft sieht in der Entwicklung einen möglichen Hinweis auf eine sinkende Investitionsbereitschaft aufgrund der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in den Vereinigten Staaten. Die jüngsten Zahlen könnten laut IW ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die als sprunghaft empfundene US-Wirtschaftspolitik potenzielle Investoren abschreckt.
Nach Angaben des Instituts sei es allerdings nicht ungewöhnlich, dass das erste Amtsjahr eines US-Präsidenten mit wirtschaftspolitischer Unsicherheit einhergehe. Dennoch wurde ein ähnlich niedriger Wert deutscher Direktinvestitionen zuletzt im Jahr 1993 gemessen, ebenfalls im ersten Amtsjahr eines Präsidenten – damals Bill Clinton. Damit reiht sich die aktuelle Entwicklung in eine historische Ausnahmeerscheinung ein, was die Investitionstätigkeit deutscher Firmen in den USA betrifft.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig warnen die Wirtschaftsforscher davor, die Zahlen überzubewerten. Monatswerte seien anfällig für starke Schwankungen und könnten nachträglich korrigiert werden. Zudem könnten Sondereffekte die Entwicklung beeinflusst haben. Dennoch zeichnet sich aus Sicht des Instituts eine Tendenz ab, wonach deutsche Unternehmen derzeit bei Investitionen in den Vereinigten Staaten zögern. Laut der IW-Außenhandelsexpertin Samina Sultan sei für größere Investitionsentscheidungen ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Planbarkeit erforderlich – Voraussetzungen, die aktuell in den USA nicht gegeben seien.


