Deutsche Windkraft schwächelt: Stromerzeugung sinkt trotz Kapazitätsausbau deutlich
Trotz Rekordausbau der Windkraftkapazität ging die Stromerzeugung 2025 um vier Prozent zurück.

Die deutsche Windenergie steckt in einer unerwarteten Schwächephase. Im Jahr 2025 sank die Windstromerzeugung um rund vier Prozent auf 131 Terawattstunden (TWh), obwohl die installierte Leistung kontinuierlich ausgebaut wurde. Bereits 2024 hatte die Branche mit einem mageren Wachstum von unter einem Prozent zu kämpfen.
Die Flaute dürfte sich bis ins Jahr 2026 fortsetzen. Aktuelle Prognosen der Marktdatenanalysten von LSEG deuten darauf hin, dass die Windstromerzeugung im gesamten ersten Quartal 2026 unter dem langjährigen Durchschnitt liegen wird. Dies ist besonders problematisch, da das erste Quartal traditionell die stärkste Phase für Windkraft in Deutschland darstellt.
Für die deutschen Energieversorger bedeutet die schwache Windausbeute eine erhebliche Herausforderung. Sie müssen die Produktionslücken durch verstärkten Einsatz anderer Energiequellen ausgleichen, was die Stromkosten in die Höhe treiben könnte. Besonders in den ersten vier Monaten 2025 und im Dezember blieb die Windleistung deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück.
Kapazitätsausbau hilft nicht gegen Windflaute
Paradoxerweise fällt die Produktionsschwäche mit dem größten Kapazitätszuwachs seit 2017 zusammen. Die gesamte deutsche Windkraftkapazität stieg 2025 um beachtliche 4,9 Gigawatt (GW) auf 77,7 GW, wie die Bundesnetzagentur berichtet. Zusätzlich wurden im Rahmen umfassender Modernisierungsprogramme ältere Turbinenschaufeln durch größere und effizientere Modelle ersetzt.
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Zur AktienanalyseDie Diskrepanz zwischen steigender Kapazität und sinkender Produktion zeigt deutlich: Ohne ausreichend Wind nützt auch die beste Infrastruktur wenig. Die Daten der Denkfabrik Ember belegen, dass die Stromerzeugung 2024 bei 136,2 TWh und 2023 bei 135,2 TWh lag – beide Jahre deutlich über dem aktuellen Niveau.
Die anhaltende Windflaute unterstreicht die Notwendigkeit eines diversifizierten Energiemix und zuverlässiger Backup-Kapazitäten für die Energiewende. Experten warnen, dass Deutschland seine Klimaziele nur erreichen kann, wenn neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch Speicherlösungen und flexible Kraftwerkskapazitäten massiv ausgebaut werden.


