Deutschland braucht weiterhin tausende IT-Spezialisten
Trotz Entspannung bleibt der Fachkräftemangel hoch und Digitalisierung treibt den Bedarf weiter an.

Trotz einer spürbaren Entspannung bleibt der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland auf einem hohen Niveau. Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom fehlen derzeit rund 109.000 IT-Spezialisten in der deutschen Wirtschaft. Zwei Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 149.000. Die Zahl der unbesetzten Stellen ist damit zwar rückläufig, dennoch sehen die Unternehmen die Lage keineswegs als gelöst an. Gerade einmal zehn Prozent der befragten Firmen sprechen von einem ausreichenden Angebot an IT-Fachkräften, während 85 Prozent weiterhin über Engpässe klagen. Für die kommenden Jahre erwarten 79 Prozent der Unternehmen sogar eine weitere Verschlechterung der Situation.
Im Durchschnitt bleiben IT-Stellen weiterhin 7,7 Monate unbesetzt – genauso lange wie vor zwei Jahren. Die Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung sorgt trotz konjunktureller Schwäche dafür, dass der Bedarf an IT-Know-how nicht nachlässt. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärte, dass neben dem digitalen Wandel auch die demografische Entwicklung die Situation verschärfe. Für die Studie wurden 855 Unternehmen aller Branchen befragt. Die derzeitige Lücke sei nur vorübergehend kleiner, weil sich die wirtschaftliche Lage seit zwei Jahren eingetrübt habe.
Sechs Prozent der Unternehmen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten IT-Fachkräfte entlassen zu haben – ein Signal für den wirtschaftlichen Druck, unter dem viele Firmen stehen. 14 Prozent der Betriebe rechnen sogar mit weiteren Entlassungen innerhalb des kommenden Jahres. Trotzdem bleibt der strukturelle Fachkräftemangel bestehen, denn der Bedarf an gut ausgebildetem Personal steigt durch neue technologische Anforderungen weiter an.
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Zur AktienanalyseEin zusätzlicher Faktor ist die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz. Wie sich der Einsatz von KI langfristig auf den Arbeitsmarkt auswirkt, ist noch offen. 42 Prozent der Unternehmen erwarten, dass der Einsatz von KI zu einem höheren Bedarf an IT-Fachkräften führen wird, während 27 Prozent von einem Abbau ausgehen. Zur Schließung der Lücke setzen Unternehmen neben neuen Technologien verstärkt auf Weiterbildungsmaßnahmen sowie auf die Integration von Quereinsteigern. Auch das bislang ungenutzte Potenzial bei der Gewinnung von Frauen für IT-Berufe spielt in den Überlegungen vieler Firmen eine Rolle.

