Deutschland erreicht Rekord bei Rüstungsexporten
Milliardenlieferungen an Ukraine, mehr abgelehnte Anträge als im Vorjahr

Die deutschen Rüstungsexporte haben im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des aktuellen Rüstungsexportberichts genehmigte die Bundesregierung Ausfuhren im Wert von 12,83 Milliarden Euro. Damit übertraf Deutschland den bereits hohen Wert aus dem Vorjahr und exportierte so viele Kriegsgüter wie nie zuvor. Der Bericht wurde im Bundeskabinett behandelt und zeigt, dass insbesondere die Ukraine im Mittelpunkt der Lieferungen stand.
Mit einem Exportvolumen von 8,15 Milliarden Euro war die Ukraine das mit Abstand wichtigste Empfängerland. An das von Russland angegriffene Land gingen unter anderem 306 gepanzerte Kampffahrzeuge, 316 Raketen und Raketensysteme, 78 Kampfpanzer sowie elf großkalibrige Artilleriesysteme. Auch Singapur erhielt umfangreiche Lieferungen deutscher Rüstungsgüter. Der größte Anteil der Exporte entfiel auf militärische Ketten- und Radfahrzeuge, die mit 4,36 Milliarden Euro veranschlagt wurden. Es folgten Bomben, Torpedos und Flugkörper im Wert von 2,88 Milliarden Euro sowie Kriegsschiffe im Umfang von 1,5 Milliarden Euro.
Unklar bleibt hingegen die Lage bei Rüstungslieferungen nach Israel. In der Mitteilung des zuständigen Ministeriums finden sich keine Angaben zu diesen Exporten, die von der Bundesregierung aufgrund der humanitären Situation im Gazastreifen inzwischen teilweise eingeschränkt worden sind. Bereits im Dezember hatte ein vorläufiger Bericht für 2024 jedoch darauf hingewiesen, dass Rüstungsgüter im Wert von rund 161 Millionen Euro aus Deutschland nach Israel geliefert wurden.
Die Zahlen im aktuellen Bericht weichen leicht von den zuvor veröffentlichten vorläufigen Daten ab. Ende 2024 hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Rüstungsexporte auf rund 13,2 Milliarden Euro geschätzt, was über dem nun endgültig bestätigten Wert liegt. Dennoch markiert auch die korrigierte Summe einen Rekord.
Nicht alle beantragten Ausfuhren erhielten eine Genehmigung. Insgesamt lehnte die Bundesregierung 62 Anträge ab, 17 mehr als im Jahr 2023. Besonders häufig betraf dies Anträge aus Pakistan, Thailand und Malaysia. Die Entscheidung über Rüstungsexporte erfolgt stets nach einer Einzelfallprüfung, bei der sowohl außen- als auch sicherheitspolitische Kriterien berücksichtigt werden.
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Zur AktienanalyseTrotz des erklärten Ziels der Ampelregierung, die Rüstungsexporte zu begrenzen, weist die Entwicklung eine gegenteilige Tendenz auf. Der nun vorgelegte Bericht verdeutlicht, dass Deutschland seine Rolle als bedeutender Exporteur von Rüstungsgütern weiter ausgebaut hat. Dabei standen vor allem die Lieferungen in die Ukraine im Zentrum der deutschen Exportpolitik.


