Deutschland plant Kauf weitreichender US-Raketenwerfer
Pistorius verhandelt in Washington auch über Patriot-Systeme und US-Truppenpräsenz in Deutschland

Deutschland plant, weitreichende US-Raketenwerfer vom Typ Typhon zu beschaffen, die Ziele in bis zu 2000 Kilometern Entfernung treffen können. Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte bei einem Besuch in Washington, das Vorhaben werde die Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit Deutschlands und Europas deutlich erhöhen. Eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, das offizielle Interesse an dem System sei jedoch bekundet worden. Die Typhon-Werfer könnten als Übergangslösung dienen, bis europäische Mittelstreckenwaffen verfügbar sind – was laut Pistorius frühestens in sieben bis zehn Jahren der Fall sei.
Die Typhon-Systeme verschießen unter anderem Tomahawk-Raketen, über die die Bundeswehr bislang nicht verfügt. Pistorius sprach in Washington von der „Nachricht des heutigen Tages“, als er das Beschaffungsvorhaben verkündete. Es war sein erster Besuch in der US-Hauptstadt seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth. Das Gespräch mit seinem amerikanischen Amtskollegen im Pentagon hatte ursprünglich die Ukrainehilfe im Fokus, mündete aber nicht in einem konkreten Patriot-Deal.
Deutschland hatte gehofft, zwei Patriot-Luftabwehrsysteme aus US-Beständen kaufen zu können, um sie direkt an die Ukraine zu liefern. Alternativ stand eine Übergabe zweier deutscher Systeme an die Ukraine im Raum, mit späterem Ersatz durch US-Lieferungen. Eine Einigung wurde in beiden Varianten nicht erzielt. Pistorius erklärte, es gebe noch offene technische, logistische und finanzielle Fragen. Die Bundesregierung hat bislang drei ihrer ursprünglich zwölf Patriot-Systeme an Kiew abgegeben und kann derzeit keine weiteren entbehren.
Darüber hinaus setzt Pistorius weiter auf eine mögliche Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland ab dem Jahr 2026, wie sie im Vorjahr vom damaligen Präsidenten Joe Biden angekündigt worden war. Eine verbindliche Zusage der aktuellen US-Regierung liegt dazu bislang nicht vor. In Teilen der SPD ist die Stationierung solcher Waffensysteme umstritten und war zuletzt Gegenstand parteiinterner Kritik.
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Zur AktienanalyseAuch die Präsenz amerikanischer Truppen in Deutschland war Thema des Besuchs. Pistorius stellt sich inzwischen auf eine Reduzierung der rund 38.000 US-Soldaten ein. Er habe mit Hegseth eine enge Koordinierung vereinbart, um mögliche Fähigkeitslücken zu vermeiden. Die USA überprüfen aktuell ihre weltweiten Truppenstationierungen, eine Verlagerung von Kräften in den Indopazifik wird erwartet. Ergebnisse werden im September erwartet.


