Deutschland soll führender Standort für Chipproduktion werden
Bund plant neue Werke, KI-Gigafactorys und Investitionen in Energie- und Verteidigungstechnologien

Deutschland soll zur führenden Nation bei der Produktion von Mikrochips in Europa aufsteigen. Die Bundesregierung plant im Rahmen ihrer Hightech-Agenda den Bau von mindestens drei neuen Halbleiterwerken. Damit sollen Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz gestärkt und die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten verringert werden. Laut einem Entwurf des Bundesforschungsministeriums sind diese Maßnahmen Teil eines umfassenden Strategiepapiers, das noch im Juli vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung energieeffizienter Chips, die insbesondere für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz, Windkraft, Solarenergie und Elektromobilität eingesetzt werden sollen. Ziel ist es, durch neue Chip-Fabriken in Deutschland nicht nur technologische Souveränität zu sichern, sondern auch einen wirtschaftlichen Impuls für Forschung und Industrie zu setzen. Ein erstes Leitprojekt für einen Supercomputer im Auto soll noch in diesem Jahr starten.
Bereits jetzt wird in Dresden durch das Unternehmen ESMC – ein Zusammenschluss von TSMC, Bosch und Infineon – an einer modernen Halbleiterfabrik gebaut. Frühere Vorhaben wie das geplante Intel-Werk in Magdeburg oder der Einstieg von Wolfspeed in Ensdorf im Saarland verzögerten sich allerdings. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär setzt dennoch auf Fortschritt: Bis Ende 2025 sollen deutsche Bewerbungen für europäische KI-Gigafactorys eingereicht und koordiniert werden, deren Inbetriebnahme ab 2027 vorgesehen ist.
Die Hightech-Strategie enthält weitere Vorhaben: Ein Aktionsplan für ein deutsches Fusionskraftwerk soll bis Ende 2025 entstehen. In der Energiepolitik stehen darüber hinaus stationäre Batteriespeicher, Wind- und Solartechnologien sowie die Geothermie im Fokus. Ab 2026 sollen Kompetenzcluster für Batteriematerialien, Festkörperbatterien und Batterieproduktion etabliert werden.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEin weiteres Ziel ist die engere Verzahnung von ziviler und militärischer Forschung. Die Nutzung bestehender Innovationsförderprogramme für den Verteidigungsbereich wird geprüft. Zudem ist eine Erneuerung der deutschen Forschungsflotte vorgesehen, um unter anderem die Klima- und Meeresforschung voranzubringen. Neue Technologien sollen durch gezielte staatliche Anschaffungen marktfähig gemacht werden. Finanziert werden diese Initiativen unter anderem durch einen geplanten Deutschlandsfonds sowie durch die Bereitstellung von Wagniskapital.

