Deutschland wird vom Stromexporteur zum Stromimporteur
Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im zweiten Quartal 7,1 Milliarden Kilowattstunden mehr importiert als exportiert

Zu Jahresbeginn war Deutschland noch Stromexporteur, mittlerweile muss es Strom importieren – auch Atomstrom. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke im April 2023 zurückzuführen. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im zweiten Quartal 7,1 Milliarden Kilowattstunden mehr importiert als exportiert. Dies entspricht in etwa der Menge an Strom, die die drei Kernkraftwerke im gleichen Zeitraum des Vorjahres produziert hatten.
Trotz der erhöhten Importe ging die insgesamt verfügbare Strommenge im deutschen Netz um 6,9 Prozent zurück. Dies ist auf eine Kombination aus höheren Importen und geringeren Exporten zurückzuführen. Vor der Abschaltung der Kernkraftwerke hatte Deutschland noch einen Exportüberschuss an Strom. Im ersten Halbjahr 2023 überstiegen die deutschen Stromexporte die Importe insgesamt, wobei die meisten Importe aus den Niederlanden und Frankreich kamen. Interessanterweise hat Frankreich seine Atomstromproduktion wieder hochgefahren.
Die Gründe für den Rückgang der verfügbaren Strommenge sind vielfältig. Zum einen haben die hohen Energiepreise zu Einsparbemühungen geführt, insbesondere in energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie. Zum anderen hat die konjunkturelle Abschwächung zu einem geringeren Bedarf an Strom geführt. Diese Industriezweige benötigen laut dem Statistischen Bundesamt drei Viertel des industriellen Energieverbrauchs in Deutschland.
Trotz des allgemeinen Rückgangs der Stromproduktion bleibt die erneuerbare Energie die Hauptquelle der Stromerzeugung in Deutschland. Ihr Anteil ist von 48,4 Prozent im Vorjahr auf 53,4 Prozent gestiegen. Die Windkraft bleibt mit 28,6 Prozent der Gesamtproduktion die wichtigste erneuerbare Energiequelle, obwohl auch hier die produzierte Menge leicht zurückging. Die Photovoltaik-Einspeisung sank um 5,9 Prozent, ihr Anteil an der Gesamteinspeisung stieg jedoch leicht auf 11,9 Prozent.
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Zur AktienanalyseIn Bezug auf fossile Brennstoffe ging der Anteil des klimaschädlichen Kohlestroms um fast ein Viertel zurück, während die Bedeutung von Gaskraftwerken zunahm. Dies spiegelt den allgemeinen Trend zur Dekarbonisierung der Energieversorgung in Deutschland wider. Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass die Energiewende in Deutschland weiterhin voranschreitet, aber auch Herausforderungen wie die Versorgungssicherheit und die Energiekosten bewältigt werden müssen.


