DHL Group kämpft mit Gewinneinbruch
Stagnation erwartet, Sparpläne drücken auf Unternehmensstimmung

Die DHL Group, ein Bonner DAX-Konzern, zu dem auch die Deutsche Post gehört, steht vor finanziellen Herausforderungen. Im Jahr 2023 verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Rückgang seines Nettogewinns um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Einbruch im weltweiten Frachtgeschäft sowie Ertragsschwächen im Brief- und Paketgeschäft haben den Konzern stark unter Druck gesetzt. Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Lage und des schwachen Welthandels konnte die DHL Group ihre Jahresziele erreichen, auch wenn diese bereits im November nach unten korrigiert worden waren.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 6,3 Milliarden Euro nahezu am unteren Ende der eigenen Prognose und leicht unter den Erwartungen der Analysten. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch 8,4 Milliarden Euro verdient wurden, stellt dies einen signifikanten Rückgang dar. Auch der Umsatz ging um 13,4 Prozent zurück und erreichte mit 81,8 Milliarden Euro nicht die Erwartungen der Analysten. Die vorgeschlagene Dividende von 1,85 Euro pro Aktie fiel zudem um einen Cent geringer aus als erwartet.
Für das Jahr 2024 prognostiziert Vorstandschef Tobias Meyer lediglich ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 6,0 und 6,6 Milliarden Euro, was einer Stagnation gleichkommt. Diese Nachricht führte zu einem Rückgang der Aktie um rund vier Prozent. Trotz der finanziellen Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen im Unternehmen. Das Lagereigeschäft, bei dem Firmenkunden Dienstleistungen an DHL ausgliedern, zeigt profitables Wachstum. Zudem verbesserte sich das Brief- und Paketgeschäft im vierten Quartal leicht.
Der Cashflow, bereinigt um Aktivitäten mit Fusionen und Übernahmen, lag mit 3,3 Milliarden Euro über den eigenen Ankündigungen, obwohl er im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Sparpläne innerhalb des Unternehmens, einschließlich eines „Ebit Protection Plan“ für alle Sparten, drücken allerdings auf die Stimmung. Entlassungen schließt die DHL Group vorerst aus, im Gegensatz zu einigen großen Wettbewerbern.
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Zur AktienanalyseEine mögliche Entlastung für die DHL Group könnte die geplante Reform des Postgesetzes darstellen. Diese sieht unter anderem längere Laufzeiten bei der Briefzustellung und eine Befreiung eines großen Teils der gewerblichen Briefzustellungen von der Mehrwertsteuer vor, was die Gewinnmarge steigern könnte. Trotz der aktuellen Herausforderungen und des verhaltenen Ausblicks bleibt die DHL Group offen für Zukäufe und strategische Anpassungen, um ihre Marktposition zu stärken und auf die sich wandelnden Marktbedingungen zu reagieren.


