DHL steigert Gewinn trotz weltweiter Handelskonflikte
Paketgeschäft in Deutschland boomt – Fracht leidet unter US-Zollpolitik und schwachem Welthandel

Die Deutsche Post DHL Group hat im zweiten Quartal 2025 trotz globaler Herausforderungen ihren Gewinn überraschend deutlich gesteigert. Insbesondere das Brief- und Paketgeschäft in Deutschland sorgte für einen kräftigen Ergebnisschub. Der Bereich Post & Paket Deutschland verzeichnete im ersten Halbjahr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 447 Millionen Euro – ein Plus von rund 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um 1,8 Prozent auf knapp 8,6 Milliarden Euro. Unternehmensangaben zufolge beruht diese Entwicklung vor allem auf Preisanpassungen, strukturellen Kostensenkungen und einer stabilen Nachfrage im Paketversand.
Positiv ausgewirkt hat sich dabei auch die zum Jahresbeginn erfolgte Portoerhöhung um 10,5 Prozent. Die Konzernleitung sieht sich auf Kurs zur Jahresprognose von einer Milliarde Euro Ebit im Bereich Post & Paket Deutschland. Im Rahmen eines Sparkurses wurde zudem die Zahl der Beschäftigten reduziert: Arbeitete im ersten Halbjahr 2024 noch ein Durchschnitt von 155.000 Personen im genannten Bereich, waren es ein Jahr später knapp 152.000. Der angekündigte Abbau von rund 8.000 Stellen erfolgt laut Konzern über natürliche Fluktuation, ohne Abfindungszahlungen.
Konzernweit belief sich das Ebit im zweiten Quartal auf 1,4 Milliarden Euro – ein Anstieg von knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn für die Aktionäre wuchs um rund zehn Prozent auf 815 Millionen Euro. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen, denn sie hatten lediglich mit einem stagnierenden Ergebnis gerechnet. Gleichzeitig fiel der Konzernumsatz infolge negativer Wechselkurseffekte und eines schwächelnden Welthandels um fast vier Prozent auf 19,8 Milliarden Euro.
Vor allem das Frachtgeschäft litt unter der angespannten globalen Handelspolitik, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Der Umsatz in diesem Bereich sank um 5,3 Prozent, das operative Ergebnis brach um 29,7 Prozent ein. Auch das internationale Onlinehandelsgeschäft außerhalb Deutschlands entwickelte sich rückläufig – bei leicht gesunkenen Umsätzen ging das operative Ergebnis hier um 16 Prozent zurück.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Belastungen hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest, rechnet aber nicht mit einer kurzfristigen Verbesserung im Welthandel. Die zunehmenden Handelskonflikte und zähen Verhandlungen über neue Abkommen erhöhen die Unsicherheit. Gleichzeitig warnte die Konzernführung vor möglichen weiteren Auswirkungen einer verschärften US-Zollpolitik, die in der aktuellen Prognose noch nicht berücksichtigt sei.


