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Die Lagerbestände schwinden

Knappheit an Basismetallen, Rohstoffen und Nahrung

Die Lagerbestände schwinden

Die Lagerbestände einiger der wichtigsten Rohstoffe der Weltwirtschaft befinden sich auf einem historischen Tiefstand, da die boomende Nachfrage und die Angebotsverknappung den Inflationsdruck in der ganzen Welt zu verstärken drohen.

Von Industriemetallen über Energie bis hin zur Landwirtschaft hat sich der Ansturm auf Rohstoffe und Grundnahrungsmittel auf den Terminmärkten niedergeschlagen, wo eine große Anzahl von Rohstoffen in eine Backwardation übergegangen ist - eine Preisstruktur, die Knappheit signalisiert.

Besonders akut sind die Probleme bei Metallen, wo die Kassapreise mehrerer Kontrakte an der Londoner Metallbörse höher sind als die Preise für eine spätere Lieferung, da die Händler hohe Aufschläge zahlen, um sich ein sofortiges Angebot zu sichern.

"Dies ist das extremste Umfeld für Lagerbestände", sagte Nicholas Snowdon, Analyst bei Goldman Sachs. "Es ist eine völlig beispiellose Episode. Es gibt keine Reaktion auf das Angebot".

Die Engpässe treten vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen weltweiten Inflation auf, die durch logistische Unterbrechungen und eine aufgestaute Nachfrage angeheizt wird, da sich die Volkswirtschaften von der Sperrung durch das Koronavirus erholen. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im vergangenen Monat mit 7,5 Prozent so schnell wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr.

Die Kupferbestände an den großen Rohstoffbörsen belaufen sich auf etwas mehr als 400.000 Tonnen, was weniger als einer Woche des weltweiten Verbrauchs entspricht. Auch die Aluminiumbestände sind niedrig, da die Hütten in Europa und China aufgrund der enormen finanziellen Belastung durch die steigenden Energiekosten gezwungen waren, ihre Kapazitäten zu reduzieren.

"Die Bestände sind niedrig, nicht nur in den Börsenlagern, sondern in der gesamten Lieferkette", sagte Michael Widmer, Analyst bei der Bank of America. "Es gibt nur einen begrenzten Sicherheitspuffer im System." Aluminium erreichte letzte Woche ein 13-Jahres-Hoch von über 3.200 $ pro Tonne, nachdem Goldman erklärt hatte, dass die Lagerbestände bis 2023 erschöpft sein könnten.

Die Produktionskürzungen sind nur einer der Faktoren für die Versorgungsengpässe, die dazu geführt haben, dass der Bloomberg Commodity Spot Index, ein wichtiger Indikator für Rohstoffe, seit Jahresbeginn um mehr als ein Zehntel gestiegen ist und diesen Monat ein Rekordhoch erreicht hat. Neun der 23 Terminkontrakte, aus denen sich der Index zusammensetzt, befinden sich nach Angaben von Refinitiv in Backwardation.

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