Diehl Defence: Wachstum durch Rüstungsboom
Familienunternehmen profitiert von globaler Nachfrage und Investitionen in Hightech-Abwehrsysteme

Diehl Defence erlebt ein starkes Wachstum und erfreut sich voller Auftragsbücher dank des anhaltenden Rüstungsbooms. Helmut Rauch, der Chef von Diehl Defence, berichtet von einem bemerkenswerten Anstieg des Geschäftsvolumens um über 40 Prozent im Jahr 2023 und einer Verdreifachung der Raketenproduktion. Für das laufende Jahr wird eine weitere Verdopplung der Produktion erwartet. Ein Dutzend Staaten hat Interesse an den Flugabwehrsystemen von Diehl gezeigt oder bereits Bestellungen aufgegeben.
Diehl Defence hat erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erreicht, und es wird erwartet, dass dieser Betrag weiter ansteigt. Helmut Rauch betont die Bedeutung der familiären Eigentümerstruktur des Unternehmens, die schnelle Entscheidungswege ermöglicht. Die Diehl-Gruppe, die 2023 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erzielte, strebt für dieses Jahr einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro an, unterstützt durch das florierende Rüstungsgeschäft.
Diehl ist ein verschlossenes, aber global vernetztes Unternehmen mit 16.000 Beschäftigten. Zu den Produkten zählen unter anderem Munition, Flugabwehrraketen, Autoteile und Flugzeugausstattungen. Das Unternehmen wird von einem sechsköpfigen männlichen Vorstand geleitet, ohne einen Vorstandssprecher seit Juli.
Markus Diehl, einer der sieben Anteilseigner und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Diehl-Stiftung, betont die langfristige Perspektive des Familienunternehmens. Die Familie hat nach dem Tod von Thomas Diehl 2017 die Aufgaben neu verteilt. Markus Diehl bringt sich als Vorsitzender des Aufsichtsrats aktiv ein und betont die gute Zusammenarbeit innerhalb der vierten Generation der Familie. Diehl hat stets am Rüstungsgeschäft festgehalten und in die Entwicklung des Flugabwehrsystems IRIS-T SLM investiert.
Die IRIS-T SLM wurde ursprünglich für die Bundeswehr entwickelt, doch nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde das System erstmals in der Ukraine eingesetzt, wo es laut Bürgermeister Vitali Klitschko Tausende Menschenleben rettete. Diehl plant nun eine Verdreifachung der Produktion und eine Weiterentwicklung des Systems. Auf der Luftfahrtmesse in Berlin wurde eine Version mit erhöhter Reichweite vorgestellt.
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Zur AktienanalyseDas Unternehmen arbeitet zudem an Abwehrwaffen gegen Hyperschallraketen. Klaus Richter, der ehemalige Vorstandssprecher, hat im Juli überraschend seinen Posten aufgegeben. Markus Diehl, als Vorsitzender des Aufsichtsrats, hat eine mächtige Position und greift tief in das operative Geschäft ein. Die Strategie von Diehl zielt auf die Besetzung neuer Hightech-Nischen und den Rückzug aus Bereichen, in denen asiatische Wettbewerber dominieren.
Langfristig strebt Diehl eine ausbalancierte Portfoliostruktur an und plant Investitionen in Künstliche Intelligenz und Quantencomputing. Auch eine stärkere Internationalisierung des Managements ist vorgesehen. Das Unternehmen soll sich durch den Cashflow und Rücklagen finanzieren, ohne fremde Investoren. Der aktuelle Rüstungsboom könnte diese Strategie unterstützen.


