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Diesel verliert seinen Preisvorteil an der Zapfsäule

Sinkender Abstand zu Benzin erschwert wirtschaftliche Entscheidung beim Fahrzeugkauf deutlich

Diesel verliert seinen Preisvorteil an der Zapfsäule

Die Preisdifferenz zwischen Diesel und Superbenzin schrumpft seit Jahren und stellt die Wirtschaftlichkeit von Dieselfahrzeugen zunehmend in Frage. Laut aktuellen Zahlen des ADAC lag der Preisvorteil von Diesel im ersten Halbjahr 2025 im Durchschnitt bei lediglich 8,8 Cent gegenüber Super E10. Noch vor einigen Jahren war dieser Abstand deutlich größer: Zwischen 2012 und 2021 lag die Differenz im Mittel bei 15,4 Cent. In der Spitze betrug sie einst bis zu 20 Cent, was dem Steuerunterschied zwischen beiden Kraftstoffen entspricht. Doch diese Ersparnis kommt an den Zapfsäulen kaum noch an.

Ein Grund dafür liegt in der geopolitischen Entwicklung. Der deutsche Dieselkonsum ist deutlich höher als der Benzinverbrauch – über 32 Millionen Tonnen wurden 2024 verbraucht, davon etwa 13 Millionen Tonnen importiert. Zum Vergleich: Bei Benzin waren es nur knapp 18 Millionen Tonnen, von denen etwa zwei Millionen aus dem Ausland kamen. Während Benzin weitgehend aus inländischer Raffinerieproduktion stammt, ist Diesel stark vom internationalen Markt abhängig. Früher kam ein bedeutender Teil der Dieselimporte aus Russland, doch seit Beginn des Ukraine-Krieges hat sich das geändert. Ersatzlieferungen erfolgen nun über Umwege, etwa aus Indien oder der Türkei, was sich auf die Preise auswirkt.

Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht nur an der Tankstelle spürbar, sondern beeinflussen auch Kaufentscheidungen beim Autohändler. Die altbekannte Faustregel, dass sich ein Diesel ab einer jährlichen Fahrleistung von rund 15.000 Kilometern rechnet, gilt nur noch eingeschränkt. Laut ADAC verschiebt sich die Grenze zunehmend nach oben – teils auf über 20.000 Kilometer pro Jahr. Grund dafür sind nicht nur die gestiegenen Dieselpreise, sondern auch höhere Anschaffungskosten und Kfz-Steuern für Selbstzünder.

Eine pauschale Aussage lässt sich laut ADAC dennoch nicht treffen. Es gibt nach wie vor Fahrzeugmodelle, bei denen sich ein Diesel schon bei 10.000 Kilometern im Jahr lohnt, während andere Modelle auch bei hohen Fahrleistungen nicht günstiger sind als vergleichbare Benziner. Der Mobilitätsclub vergleicht regelmäßig die Kilometerkosten verschiedener Modelle bei unterschiedlichen Fahrleistungen. Im Jahr 2019 war der Diesel in 13 von 20 Fällen günstiger. 2025 sind es nur noch sieben. In zwölf Fällen ist der Benziner inzwischen die wirtschaftlichere Wahl.

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